„Wir möchten unablässig über atomare Inhalte und Gefahren informieren“ – die Festivalproduzentin des International Uranium Film Festivals, Jutta Wunderlich, im Gespräch


Wissen Sie bereits Namen von anwesenden Filmschaffenden?
Ja, zum Beispiel Lech Majewski aus Polen, der Filmemacher von VALLEY OF THE GODS. Das ist auch der Höhepunkt des Festivals schlechthin. John Malkovich spielt hier den reichsten Mann der Welt, der mittels seiner ganzen Macht versucht, im Tal der Götter Uran abzubauen. Wir sind sehr froh, dass Lech Majewski persönlich kommt. Leider lässt er seinen Hauptdarsteller Herrn Malkovich daheim.

Außerdem wird der italienische Regisseur Alessandro Tesei anwesend sein. Er war schon öfter bei uns beim Uranium Filmfestival und präsentiert jetzt seinen neuesten Film, THE ZONE – POST ATOMIC JOURNEY. Der Film nimmt Bestand auf, was sich momentan in der Gegend um Tschernobyl abspielt, im Sperrgebiet. Und dieser Film ist nicht nur hoffnungsvoll, sondern auch gewagt. Den erwarte ich mit Spannung. Außerdem wird mit Lisa Camillo eine italienisch-australische Filmemacherin anwesend sein. Sie stammt aus Sardinien und hat über die Problematik der Umweltzerstörung ihrer Heimat durch Uranmunition einen ganz brisanten Film gemacht: BALENTES – THE BRAVE ONES ist das Herzstück der Sonder-Vorstellungen zum Thema Uran-Waffen am Sonntag, dem 18.10.2020. Im Anschluss an die Vorführung ihres Filmes gibt es eine Diskussionsrunde. TeilnehmerInnen sind die Filmemacherin selbst, die beiden ICBUW-Spitzen Ria Verjauw und Professor Manfred Mohr sowie der sardische Friedens- und Umweltaktivist Pitzente Bianco.

Das Festival feiert sein zehnjähriges Bestehen und hat in Brasilien begonnen. Wie kam es dazu?
Das liegt daran, dass unsere FestivaldirektorInnen Norbert G. Suchanek und seine Frau Marcia Gomes de Oliveira selbst ‚atomare‘ Filmschaffende sind. Beide wohnen in Brasilien. Sie sahen 2010 die Notwendigkeit, dass man ein Projekt gegen das Vergessen starten sollte. Es zeigte sich damals, dass die Vorfälle von Tschernobyl schon einigermaßen verdaut waren. Die Leute nahmen das Thema nicht mehr so ernst. Daraufhin wurde das Festival gegründet. Und wenig später wurde die Notwendigkeit durch den Vorfall in Fukushima 2011 bestätig, der im vollen Umfang und voller Härte zeigt, wie riskant Atomreaktoren sind.

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13. Oktober 2020 | In Uranium Film Festival

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