INVASION 2020: Argentinisches Kino der Gegenwart online


Still aus PLANTA PERMANENTE © Invasion 2020

Still aus PLANTA PERMANENTE © Invasion 2020

PLANTA PERMANENTE

Darum geht es:
Lila (Liliana Juárez) und Marcela (Rosario Bléfari) sind Freundinnen. Sie arbeiten als Putzfrauen in einem großen Verwaltungsgebäude und betreiben nebenbei eine inoffizielle Cafeteria. Nachdem eine neue Chefin (Verónica Perrotta) Einzug gehalten hat, müssen sie ihre Cafeteria schließen. Lila sieht die Chance, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und eine offizielle Kantine zu eröffnen. Marcela fühlt sich zurückgelassen und sowohl die Beziehung der beiden Frauen als auch das Arbeitsklima verschlechtern sich.

Was Du zu dem Film wissen musst:
PLANTA PERMANENTE liefert eine schonungslose Gesellschaftskritik. Während die neue Chefin große Reden schwingt und erzählt, dass sie auf Augenhöhe zusammenarbeiten wird, tut sie genau das Gegenteil. Diese zynische Kluft zwischen Worten und Taten wird im Film nicht angeprangert, sondern als Normalität vorausgesetzt. PLANTA PERMANENTE beobachtet kühl, statt zu skandalisieren. Mit dem rapiden Zerfall von Lilas und Marcelas Freundschaft portraitiert der Film eine Gesellschaft, in der Zwischenmenschlichkeit so fragil ist, dass Solidarität lediglich als Schlagwort existiert. Die Figuren können es sich schlichtweg nicht leisten, nachsichtig miteinander zu sein; Zusammenhalt ist längst eingespart worden. Dafür dreht Radusky die Erzählung einer Selbstverwirklichung einfach um. Normalerweise würde Lila hart arbeiten, Hindernisse überwinden und am Ende ihren Traum leben. In PLANTA PERMAMENTE dagegen geht es ums Scheitern und darum, dass sozialer Aufstieg keine Option mehr ist. Harter Tobak, aber angemessen, um vom Leben in einer grundsätzlich ungerechten Gesellschaft zu erzählen.

Regie: Ezequiel Radusky, 2019

Theresa Rodewald

INVASION fand vom 4. bis 6. Dezember 2020 online statt.

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9. Dezember 2020 | In Invasion

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