Große Namen bei der 76. Berlinale

Von 12. bis 22. Februar 2026 blickt die Kinowelt wieder nach Berlin, wenn die Internationalen Filmfestspiele Publikum von nah wie fern anlockt. Schon jetzt stehen zwei große Persönlichkeiten im Zentrum des Festivals, deren Karrieren wie kaum andere die Geschichte und Zukunft des Kinos verkörpern: Regisseur Wim Wenders wird Jurypräsident der 76. Berlinale und Schauspielerin Michelle Yeoh wird mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet. Ihr jeweiliger Werdegang spiegelt, auf unterschiedliche Weise, jenes internationale Selbstverständnis wider, das das Festival seit jeher prägt.
Für Wim Wenders, der mit Werken wie PARIS, TEXAS oder DER HIMMEL ÜBER BERLIN Kinogeschichte schrieb, schließt sich mit seiner Berufung zum Juryvorsitz in seiner Heimatstadt ein Kreis. „Es ist mir nie in den Sinn gekommen, auch nur entfernt daran zu denken, Jurypräsident in meiner Heimatstadt zu sein – bis Tricia Tuttle mich fragte“, erzählt Wenders. „Und dann wurde mir klar: Wow! Das wird eine völlig neue Art sein, Filme bei der Berlinale zu sehen – endlich einmal jeden einzelnen Wettbewerbsfilm anzuschauen und sie alle ausführlich mit einer Gruppe intelligenter, filmbegeisterter Menschen zu diskutieren.“ Festivalintendantin Tricia Tuttle würdigt den Filmpoeten als „eine der einflussreichsten Stimmen des internationalen Kinos“, dessen „unerschöpfliche Neugier und meisterhafte Beherrschung der Filmsprache“ Generationen inspiriert habe. Erst kürzlich bekannte Tuttle im Interview mit dem Tagesspiegel: „Als ich über Jurypräsidenten nachdachte und merkte, dass er es noch nie war, war ich sehr verblüfft. Er schien auch überrascht, gefragt zu werden. Er hat so ziemlich alles gemacht, aber er war nie Jurypräsident in Berlin. Es gibt wenige Filmemacher mit dieser Bandbreite, mit diesem unglaublichen Appetit auf Wissen, Kultur und Kunst. Er ist Deutscher und einer der respektiertesten Filmemacher der Welt. Das ist sehr aufregend.“
Mit Michelle Yeoh ehrt die Berlinale eine Schauspielerin, die seit vier Jahrzehnten Grenzen überwindet – geografisch, sprachlich und ästhetisch. Von Hongkongs Actionklassikern YES, MADAM, ROYAL WARRIORS und WING CHUN über Ang Lees TIGER & DRAGON bis zum Oscar-Erfolg EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE hat sie sich mit kraftvollen, oft schwebeleichter Eleganz verkörperten Figuren in das kollektive Kino-Gedächtnis eingeschrieben. „Berlin hat immer einen besonderen Platz in meinem Herzen gehabt“, sagt Yeoh, Mitglied der 1999er Jury des Festivals. „Nach all den Jahren zurückzukehren und meine Reise im Kino gewürdigt zu sehen, bedeutet mir sehr viel.“
Filmhistorisch blickt die Berlinale 2026 in den Berlinale Classics ein Jahrhundert zurück: Die restaurierte 4K-Fassung von Georg Wilhelm Pabsts GEHEIMNISSE EINER SEELE (1926) verknüpft die Ursprungszeit des deutschen Kinos mit zeitgenössischer Medientechnologie: Eine eigens entwickelte Musikkomposition des südkoreanischen Komponisten Yongbom Lee reagiert in Echtzeit auf neuronale Impulse der Bratschistin – ein performatives Experiment zwischen Stummfilm, KI und Neurowissenschaft. So entsteht ein Klangraum, der das Wechselspiel von Bewusstem und Unbewusstem, das schon Pabsts Werk prägte, audiovisuell weiterdenkt.
Die Retrospektive „Lost in the 90s“ wirft einen Blick in ein Jahrzehnt, in dem Filmästhetiken fragmentarisch und elektronisch wurden, Grenzen zerfielen und neue Allianzen entstanden. Unter Leitung von Heleen Gerritsen widmet sich die Reihe den kreativen Umbrüchen nach 1989 – von Berliner Underground-Szenen über osteuropäische Neuanfänge bis hin zum US-amerikanischen Independent-Kino, mit Filmen u. a. von Richard Linklater (SLACKER), Ulrike Ottinger (Johanna d’Arc of Mongolia), Harun Farocki (VIDEOGRAMME EINER REVOLUTION), Chantal Akerman (D’EST), Spike Lee (BAMBOOZLED), Krzysztof Kieślowski (DIE ZWEI LEBEN DER VERONIKA) und John Singleton (BOYZ N THE HOOD).
Mit diesem vielstimmigen Programm feiert die Berlinale 2026 das Kino als globales Ereignis und Spiegel innerer wie äußerer Welten.
Die Spannung und Vorfreude auf die kommende Ausgabe steigt.
Autor: Denis Demmerle
Hinweis: Der Artikel wurde mithilfe eines KI-Tools entworfen, inhaltlich jedoch von der Redaktion recherchiert, geprüft und verantwortet.