BFF-Statement zum Verzicht auf Filmstills


Der erste Eindruck zählt. Das gilt von allen Kritikformen vielleicht am meisten für die Filmkritik, die sich ja nun mal mit einem cineastischen Werk auseinandersetzt. Für die Imagination, damit man gleich versteht, worum es geht, als Teaser oder auch als Trigger-Warnung, nutzen wir bisher häufig Fotos aus Filmen. Text und Foto erschaffen ein gemeinsames Bild, das die Leser*innen bestenfalls anspricht, interessiert … und zum Lesen animiert.


Für unser Magazin, das sich vorrangig mit der großartigen und diversen Festivallandschaft in Berlin und beyond auseinandersetzt, hatten wir immer den Anspruch, durch Filmstills, die ja einen ersten Blick ins Werk erlauben, auf Filme hinzuweisen, die sonst vielleicht in der öffentlichen Wahrnehmung untergehen. Darum ging und geht es uns bei Berliner Filmfestivals schließlich immer: Kino in seiner ganzen Vielfalt abbilden.

Obwohl also für uns das Medium der Filmkritik eng und persönlich mit dem Filmstill verknüpft ist, haben wir uns entschieden, in Zukunft auf seine Nutzung zu verzichten. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Wir sind ein Magazin mit einer Autor*innenschaft, die fast ehrenamtlich arbeitet und wir haben keinerlei Ressourcen, mit denen wir mögliche Copyright-Schadensersatzansprüche abfedern können. Selbst bei Copyrights, die ein Festival uns zusichert und abklärt, kann es dazu kommen, dass sie irgendwann auslaufen oder sich Fehler einschleichen. Da leider nicht alle Urheber*innen einen direkten Kontakt zu uns suchen und stattdessen Kanzleien für sich sprechen lassen, bringt uns das potenziell (und tatsächlich) zu oft in Not, da wir Forderungen von mehreren Hunderten von Euro für Nachlizenzierungen, Mahnungen & Co. nicht stemmen können.


Wir wissen, dass einige Kolleg*innen aus genau diesen Gründen kapituliert und tolle Magazine eingestellt haben. Dafür haben wir größtes Verständnis. Wir möchten aber noch ein bisschen weitermachen, weil wir alle das Schreiben und Nachdenken über Filme lieben. Deshalb werden wir in Zukunft auf einfache Infografiken zur Bebilderung zurückgreifen, Trailer einbetten, Privatfotografien aus der Redaktion sowie auf freigegebene Key Visuals der Festivals nutzen, mit denen wir im Rahmen von Medienpartnerschaften zusammenarbeiten… und wir hoffen auf das Verständnis unserer Leser*innen – und darauf, dass unsere Texte die Imagination so anfeuern, dass die Bilder in ihren/euren Köpfen entstehen und ihr auch in Zukunft Lust auf die Filme und Festivals bekommt, die wir empfehlen/kritisieren.


Weiterhin eine gute BFF-Lektüre wünschen euch,

Marie Ketzscher (Chefredakteurin) und Denis Demmerle (Herausgeber) stellvertretend für die grandiose Redaktion von berliner-filmfestivals.de