Zurückgespult #8: Emmy für Anke Schäferkordt

Anke wer?


Cosima M. Grohmann ist freie Journalistin und lebt in Berlin. Als Regie- und Produktionsassistentin hat sie bei diversen Filmproduktionen mitgewirkt, am Ende sogar einen eigenen Dokumentarfilm gedreht. Als Kritikerin aus der Ferne fühlt sie sich dem Kino näher, sie schreibt u.a. für fluter, die Berliner Zeitung und die Deutsche Presse Agentur.

Cosima M. Grohmann ist freie Journalistin und lebt in Berlin. Als Regie- und Produktionsassistentin hat sie bei diversen Filmproduktionen mitgewirkt, am Ende sogar einen eigenen Dokumentarfilm gedreht. Als Kritikerin aus der Ferne fühlt sie sich dem Kino näher, sie schreibt u.a. für fluter, die Berliner Zeitung und die Deutsche Presse Agentur.

Die International Emmys für die besten TV-Leistungen außerhalb der USA wurden am Montagabend in New York vergeben. RTL-Chefin Anke Schäferkordt bekam einen Ehren-Emmy für ihre Verdienste im deutschen Privatfernsehen – welcher Sender nochmal? Ja, richtig RTL.

Von der Öffentlichkeit so gut wie unbemerkt, in Fachkreisen jedoch, so sagt man, hoch bewertet, ist die Verleihung der International Emmys. Sie sind ein Ableger der renommierten US-Emmys, des wichtigsten Fernsehpreises der Welt. Diese werden von manchen schon längst mit ähnlich fieberhaftem Eifer verfolgt wie die Oscarverleihung, zumal die Hosts – US-Comedy-Stars wie Jimmy Fallon oder Neil Patrick Harris –ihren Job wesentlich besser machen als die Kollegen vom Film. Die Nominierten aus den angesagten US-Serien von „Mad Men“ über „Breaking Bad“, „Girls“ und „Game of Thrones“ gehören sowieso längst zu den heimlichen Stars der Branche.

In diesem Jahr hat nun die RTL-Chefin Anke Schäferkordt einen Ehren-Emmy gewonnen. Die Begründung der Jury liest sich wie folgt: „Anke Schäferkordt ist eine treibende Kraft des Wachstums von RTL – sowohl in Deutschland, Europas größtem und wettbewerbsintensivstem TV-Markt, als auch seit 2012 bei den weltweiten Aktivitäten der RTL Group. Ihre Leidenschaft für Programme verbunden mit einer langfristig ausgerichteten Strategie machen sie zu einer herausragenden Persönlichkeit im internationalen Fernsehgeschäft.

International Emmy-Preisträgerin Anke Schäferkordt (Co-Chief Executive Officer der RTL Group). (c) RTL Group

International Emmy-Preisträgerin Anke Schäferkordt (Co-Chief Executive Officer der RTL Group). (c) RTL Group

Anke, wie? Schäferkordt? Nie gehört den Namen. Zugegeben, ich bin keine Weltmeisterin des Namedroppings und beschäftige mich nicht viel mit den Personalien der deutschen Fernsehlandschaft. Es gibt ja Leute, die können aus dem Stehgreif aufzählen, wie die Intendanten aller öffentlichen deutschen Fernsehsender heißen. Zu denen gehöre ich definitiv nicht. Aber Anke Schäferkordt von RTL – ich wusste gar nicht, dass dieser Sender überhaupt noch existiert. Deshalb schaue ich anlässlich dieser Meldung noch einmal auf die Homepage des Privatsenders. Hier eine kleine Auswahl in Original-Abfolge: „Rach, der Restauranttester“, „Undercover Boss“, „Bauer sucht Frau“, „Der V.i.P. Bus – Promis auf Pauschalreise“. Alles klar. Jetzt weiß ich, warum ich diesen Sender seit circa zehn Jahren ignoriere: Keines der Formate interessiert mich auch nur annähernd und dabei bin ich doch eine leidenschaftliche Verfechterin von Privatfernsehen. Nur schaue ich eben lieber US-Serien oder Show-Formate, die aus den USA exportiert wurden, wie zum Beispiel „Fashion Hero“, „Voice of Germany“ (Nachtrag vom 2.12.: Das Format „Voice of Germany“ ist eine Adaption des niederländischen RTL-4-Formats „The Voice of Holland“. Ehre, wem Ehre gebührt.) oder „Germanys next Topmodel“. Okay, auch „Die Geissens“ waren auch schon mal dabei, immerhin RTL 2.
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