Nordlichter 2015: Viel Neues im Norden!


Nordlichter_2015Das Filmfestival Nordlichter – Neues Kino aus Skandinavien wird in diesem Jahr zum ersten Mal von der Agentur Kulturprojektor organisiert. Vom 30. April bis 13. Mai 2015 kann eine Auswahl von fünf Filmen, jeweils einer aus Dänemark, Schweden, Island, Finnland und Norwegen, in den Kinos fsk und Brotfabrik in Berlin begutachtet werden. Alle Filme hatten ihre Deutschlandpremiere 2013 oder 2014 auf den Nordischen Filmtagen Lübeck, die seit 1956 als Plattform und Förderer für die nördlichen Nachbarn auftreten.

Aus Skandinavien stammen verschiedene hochtalentierte und geschätzte Filmemacher wie Aki Kaurismäki (Finnland), Lukas Moodysson (Schweden) oder Lars van Trier, Thomas Vinterberg, Anders Thomas Jensen (Dänemark), deren Werke international bekannt sind, teilweise Kultcharakter genießen und ganze Generationen beeinflussen. Eine Vielzahl der Produktionen aus dem Norden findet aber, wie die Nordischen Filmtage Lübeck und Nordlichter lehren, keinen ausländischen Verleih. Dieser Tatsache will Nordlichter entgegenwirken, indem es das ganze Jahr über durch Deutschland reist und auf bisher unbekannt Gebliebenes aufmerksam macht.

Die fünf Filme aus dem aktuellen Programm befassen sich mit unterschiedlichen Themen und gehören verschiedenen Genres an. Auf Charakteristika des skandinavischen Films wie schwarzer Humor und ausgedehnte, atemberaubende Landschaftsaufnahmen muss niemand verzichten.
In „Ich bin Dein“ („Jeg er din„) von Iram Hag (Norwegen) steht die Figur einer modernen jungen Frau im Vordergrund, die ihre Grenzen austestet und auf der Suche nach intensiven Erfahrungen in der Liebe ist. „Wir sind die Besten“ („Vi är bäst„) von Lucas Moodysson (Schweden) mutet als eine Mischung aus Fiktion und Dokumentation an und stellt ebenfalls weibliche Protagonistinnen in den Fokus. „Finnisches Blut, Schwedisches Herz” („Finsk blod, Svenskt hjärta / Ingen riktig Finne„) von Mika Ronkainen (Finnland) sowie „Paris des Nordens“ („Paris nordusins„) von Hafsteinn Gunnar Sigurdsson (Island) erzählen auf unterschiedliche Art, aber jeweils mit trockenem Humor von konfliktreichen Vater-Sohn-Beziehungen und greifen das Thema Heimat und ihre Bedeutung für die individuelle Identität auf. Schließlich spielt auch im fünften Film, „Der Mondfisch“ („Klumpfisken„) von Søren Balle (Dänemark), die örtliche Zugehörigkeit des Menschen, seine vertraute Umgebung und damit verbunden die Tradition und ihre Bedrohung durch die Modernisierung der Gesellschaft eine zentrale Rolle.

Teresa Vena

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30. April 2015 | In Nordlichter

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