Regisseur Noah Baumbach im Interview zu „Gefühlt Mitte Zwanzig“

Baumbach: New York bedeutet mir etwas


Regisseur Noah Baumbach bei der Deutschland-Premiere von "Gefühlt Mitte Zwanzig" beim 33. Filmfest München. © FILMFEST MÜNCHEN/BrauerPhotosJR

Regisseur Noah Baumbach bei der Deutschland-Premiere von „Gefühlt Mitte Zwanzig“ beim 33. Filmfest München. © FILMFEST MÜNCHEN/BrauerPhotosJR

Noah Baumbach gilt als Vorzeige-Regisseur des amerikanischen Indie und potentieller Nachfolger von New York-Neurotiker Woody Allen. Nachdem er zuletzt mit „Frances Ha“ seiner Partnerin Greta Gerwig eine leichtfüssige Indie-Perle um spätes Erwachsenwerden schuf, spielt auch Gefühlt Mitte Zwanzig (OT: „While We’re Young„) mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Großstädtern. Im Interview über seinen bisher zugänglichsten Film, Freundschaften am Set und die Zusammenarbeit mit Greta Gerwig.

Im Gegensatz zu „Frances Ha“ und „Mistress America“ haben Sie „Gefühlt Mitte Zwanzig“ alleine geschrieben. Hatte Ihre Partnerin Greta Gerwig trotzdem Einfluss darauf?
Noah Baumbach:
Unbedingt! Sie hat das Drehbuch gelesen, gute Anmerkungen gemacht und auch einige lustige Dialoge eingebracht. Wir zeigen uns alles, an dem wir arbeiten.

Im Film treffen Generationen aufeinander. Wie schwierig ist es erwachsen zu werden?
Der Film ergründet, wie älter-werden und erwachsen-werden nicht unbedingt das Selbe sein müssen. Je älter du wirst, desto mehr weißt du das zu schätzen. Damit setze ich mich im Film auseinander.

Weiterlesen: Deniz Sertkols Kritik „Drama, Baby? zu „Gefühlt Mitte Zwanzig„.

Spüren Sie etwas wie eine Angst in diesen Mitteljahren?
Nicht unbedingt, aber viele Menschen sind ab einem gewissen Alter überrascht, dass sie so alt sind, wie sie sind. Die fragen sich selbst, wie sie zu den älteren Menschen werden konnten, wie sie zu diesen anderen werden konnten.

Wie viel von Ihnen steckt im gleichaltrigen Josh und wie viel im jüngeren Jamie?
Ich habe keine der beiden Hauptfiguren mit diesem Hintergedanken erschaffen. Ich habe mich nicht selbst analysiert oder autobiographisch geschrieben. Offensichtlich habe ich mit Josh einige Dinge gemeinsam. Wir sind ein Alter. Der von Ben Stiller gespielte Josh hängt in seinem Arbeitsleben ziemlich fest, er sitzt seit acht Jahren an seinem Dokumentarfilm. Dazu habe ich keine Verbindung in meinem Leben als Kreativer. Da habe ich mit Jamie mehr gemein, bin sehr produktiv.

1 2 3