Das 4. „AKE DIKHEA? Festival of Romani Film“ geht vom 19.-23. November online


PRODANA © Slavica Vasic

PRODANA

Darum geht es:
Zwangsehe, terrorisierende Väter, der für Frauen erschwerte Zugang zur Bildung: Vier Frauen berichten über die Hürden und Konfrontationen, die sie als junge Romnija überwinden mussten. Gospa lebt bis heute in ihrer arrangierten Ehe, während Djulijana mit 14 Jahren wiederholt dem Haus ihres Mannes den Rücken zu kehren versuchte, bis es ihr schließlich gelang, auch Prodana sah den einzigen Ausweg in ihrer Flucht. Ivanka konnte sich in Belgrad durch ihre Anstellung in einer Fabrik sogleich ein eigenes Leben aufbauen und als Sängerin in einer Band Erfolge feiern.

Was du zum Film wissen musst:
Regisseurin Alexandra Nestorov, die in einer serbischen Frauenrechtsbewegung aktiv ist, gibt in PRODANA vier Frauen eine Stimme. In vier aufeinanderfolgenden Abschnitten lässt sie die älteren Romanija über ihre Vergangenheit reflektieren, dabei Alltagshandlungen nachgehen, Fotos zeigen, in ihren Ortschaften herumspazieren. Keine aufregenden Bilder oder visuellen Extravaganzen prägen diesen Dokumentarfilm, sondern allein die individuellen Lebensgeschichten, die den Kampf und die Willensstärke dieser Frauen spiegeln. Nestorovs Anliegen ist es, die Geschichten dieser Generation zu bewahren, man könnte von oral history sprechen. An einer Stelle bemerkt Djuljiana, dass heute vieles anders sei als damals und auch wenn Gospa erzählt, sie sei noch barfuß zur Schule gegangen, wird dies genauso deutlich. Die Erzählungen konzentrieren sich zwar auf die vergangen Erlebnisse der Frauen, nichtsdestotrotz wird auch die gegenwärtige Relevanz sichtbar – etwa wenn Gospa mit ihrer Enkeltochter beisammen sitzt und erklärt, dass Bildung im Kampf um die eigene Unabhängigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Das hat sich keinesfalls geändert. – BJR

Seite: 1 2 3 4

23. November 2020 | In Ake Dikhea

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,