SCHAUN DAS SCHAF – SPUK IM KÜRBISFELD von Steve Cox und Matthew Walker


Shaun’s Monster


Elf Jahre nach dem Leinwanddebut, und sieben Jahre nach dem zweiten SHAUN DAS SCHAF-UFO-Film, kurz vor Halloween, kommt das clevere Schaf in SHAUN DAS SCHAF – SPUK AUF DEM KÜRBISFELD zurück auf die Kinoleinwand. Die Macher der allseits beliebten Serie wagen nun einen Abstecher in die Welt des Horrors und Gruselns. Trifft das die Zielgruppe? Oder wurde hier eher an die Eltern gedacht, die ja schließlich die Kinotickets kaufen, und zumindest den Vorläufer WALLACE UND GROMIT vielleicht selbst als Kinder gesehen haben?

Shaun und die anderen Schafe haben für die kurz bevorstehende Halloweenfeier heimlich Kürbisse angebaut. Doch der Farmer stolpert aus Versehen in das Feld und zerstört restlos all die schönen Früchte. Vor allem der kleine Timmy ist sehr getroffen. Das kann Shaun nicht auf sich sitzen lassen. In einer heruntergekommenen, verlassenen Mühle braut er mit Hilfe eines Kinder-Experimentier-Buches und einem komplexen Aufbau à la Frankenstein ein Elixier, das einen Kürbiskern über Nacht in einen ausgewachsenen Kürbis verwandelt. Als dieses wundersame Gebräu in die falschen Hände gelangt, entspinnt sich das gewohnte Chaos. Der Farmer verschwindet, ein haariges Monster verbreitet Angst und Schrecken in der ganzen Gegend und Shaun, als verrückter Wissenschaftler, verliert sich in seinen wahnwitzigen Lösungsversuchen. Zum Glück gibt es da noch die anderen Schafe und die liebenswerte (das findet übrigens auch der Farmer) Tierärztin.

Familienabenteuer voller Anspielungen


Zum Glück ist auch SHAUN DAS SCHAF – SPUK IM KÜRBISFELD wie gewohnt als Stop-Motion-Film gedreht. In Zeiten immer besser und schneller produzierter KI-Filme kann man die wochenlange aufwendige (pro Tag und Set werden nur wenige Sekunden gedreht) und wahnsinnig detailreiche Arbeit nicht hoch genug schätzen – und Stop-Motion macht auch einen Großteil des Charmes der gesamten Serie, inklusive Filme, aus.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie es den Schöpfern dieser Welt (Ardman Animations) dabei gelingt über 80 Minuten eine klug aufgebaute, stellenweise sogar gesellschaftskritische Geschichte ohne gesprochene Worte zu erzählen. Und das, obwohl die Charaktere unentwegt miteinander kommunizieren.

Was bei einem SHAUN DAS SCHAF-Film natürlich auch nicht fehlen darf, sind Anspielungen auf unzählige ikonische Filmszenen. Dieses Mal natürlich vor allem aus dem Horrorgenre (und auch mal kurz aus GAME OF THRONES). Das reicht von Kamerafahrten und Einstellungen über Figuren und konkrete Szenen bis hin zum Aufbau einzelner Szenen. So wird in einer Szene klassischer, hitschcockhafter Suspense aufgebaut. In einer anderen wird auf großartige Weise vorgeführt, dass Opfer in einer Verfolgungsjagd in Horrorfilmen oft unlogisch viel Zeit für unnötige Kleinigkeiten haben.

Diese Anspielungen sind natürlich eher an das erwachsene Publikum gerichtet. Was ist also mit den Kindern? Wird der Film nicht als Familienabenteuer beworben? Ich kann nur sagen, dass mein Kind (5) restlos begeistert war. Nach anfänglichem Grusel war schnell klar, dass man sich hier vor nichts fürchten muss und als die Geschichte so richtig Fahrt aufgenommen hat, stand er vor seinem Kinosessel und hat das Gesehene lautstark mitgefühlt. Die Geschichte ist so spannend und dicht erzählt, dass man auch ohne Vorwissen gebannt dem erlösenden Happy End entgegenfiebert. Wir kamen also beide klar auf unsere Kosten.

SHAUN DAS SCHAF-SPUK IM KÜRBISFELD; Regie: Steve Cox und Matthew Walker; Kinostart: 01. Oktober 2026