67. Berlinale: “The Dinner” von Oren Moverman


Steve Coogan und Laura Linney in "The Party" von Oren Moverman nach dem Roman von Herman Koch. © 2016 Tesuco Holdings Ltd

Steve Coogan und Laura Linney in “The Party” von Oren Moverman nach dem Roman von Herman Koch © 2016 Tesuco Holdings Ltd

Karten auf den Tisch

Schon unter normalen Umständen legt Paul wenig Wert auf ein Abendessen mit seinem Bruder und dessen Frau, doch der aktuelle Anlass sorgt noch viel mehr für Unwohlsein. Zwischen teurem Wein und exklusiven Speisen gilt es nämlich, über die jeweiligen Kinder zu sprechen, die sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben. Die Brüder stammen aus entgegengesetzten Sphären und haben entsprechend unterschiedliche Auffassungen darüber, wie mit der ganzen Angelegenheit umzugehen sei.

Paul Lohman, ehemaliger Geschichtslehrer, verabscheut alles wofür sein Bruder steht: Macht, Erfolg und Wohlstand. Seine Abneigung sich gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen, lässt ihn immer wieder in einen bedingungslosen Zynismus verfallen, so dass er auf andere permanent unhöflich wirkt.
Stan Lohman, der ältere Bruder, befindet sich gerade in seinem Wahlkampf für eine weitere Amtszeit als Abgeordneter. Politik steht an erster Stelle, wofür er in den letzten Jahren seine Patchwork-Familie, mit einer zweiten Ehefrau, zwei Kindern aus erster Ehe und einem schwarzen, adoptieren Jungen, vernachlässigte. Dies soll sich nun ändern, er will Verantwortung für die Taten seines Sohnes übernehmen. Paul und seine Frau wollen das aber auf jeden Fall verhindern, denn auch die Zukunft ihres eigenen Sohnes hängt daran.

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