“Die zwei Gesichter des Januars” von Hossein Amini


Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und seine Frau Colette (Kirsten Dunst) - mehr Schein als Sein in "Die zwei Gesichter des Januars". (c) Andrew Linnett

Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und seine Frau Colette (Kirsten Dunst) – mehr Schein als Sein in “Die zwei Gesichter des Januars”. (c) Andrew Linnett

Drei sind einer zu viel

Heiß brennt die Sonne über Athen. Rydal Keener (Oscar Isaac, “Inside Llewyn Davis“) streift durch die Tempelanlagen der Akropolis. Im Schlepptau eine Handvoll Touristinnen, die verzückt an seinen Lippen hängen. Der junge Amerikaner, der sich in Griechenland als Stadtführer über Wasser hält, ist bestechend charismatisch. Und clever, denn seinen Charme weiß er effektiv einzusetzen und lockt den nichts ahnenden Urlauberinnen bei jeder Gelegenheit ein paar Dollar mehr als nötig aus dem Portemonnaie. Zwischen den griechischen Säulen begegnet er das erste Mal dem eleganten Chester MacFarland (Viggo Mortensen, “History of Violence“) und seiner auffallend schönen und deutlich jüngeren Ehefrau Colette (Kirsten Dunst, “Melancholia“).

Die Blicke der beiden Männer treffen sich und bleiben etwas zu lange aneinanderhängen, Chester erinnert Rydal stark an seinen kürzlich verstorbenen Vater, wie wir später erfahren. Rydal führt die beiden kurze Zeit darauf über einen Flohmarkt und feilscht mit perfekt erlerntem Griechisch für die beiden, ohne dabei zu vergessen, auch immer etwas für sich herauszuschlagen. Auf die erfolgreiche Souvenirjagd folgt ein gemeinsames Essen, zu dem der Touristenguide seinen aktuellen Flirt, die schöne Lauren van Buren aus gutem Hause (Daisy Bevan) mitbringt. Rydal ist völlig eingenommen von der Gesellschaft der vornehmen, kultivierten MacFarlands und zunehmend von Colette fasziniert. Doch bei der netten Urlaubsbekanntschaft bleibt es nicht.

Noch am gleichen Abend zeigt sich die dunkle Seite des schillernden Paares. Rydal läuft Chester im Hotel in die Arme, als dieser gerade einen scheinbar sturzbetrunkenen Hotelgast durch den Flur schleift. Eine Leiche, wie sich später herausstellt. Rydal wird Hals über Kopf in die überstürzte Flucht der MacFarlands hineingezogen, er entschließt sich, sie zu begleiten und ehe er es sich versieht, ist er mittendrin in einem Strudel aus Geheimnissen, Misstrauen und Lügen, aus dem es kein Entkommen gibt.

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