Das Tagebuch zur 63. Berlinale


"The Broken Circle Breakdown" von Felix von Groningen rührte zu Tränen und begeisterte das Publikum. Das Drama gewann den Panorama Publikums Preis. Foto: Berlinale.

"The Broken Circle Breakdown" von Felix von Groningen rührte zu Tränen und begeisterte das Publikum. Das Drama gewann den Panorama Publikums Preis. Foto: Berlinale.

15.2.2013 – Tag 9:
Berlinale ist mehr als Stars und roter Teppich. Die Festspiele schreiben Filmkunst und Nachwuchsförderung groß – und zwar seit 1955. Dies spiegelt sich in den Kurzfilm-Programmen des Festivals und seinen 27 Beiträgen wieder, ob in den Problemen einer saudi-arabischen Witwe in „Sanctity„, der Liebe eines deutschen Mannes zu seiner Gummipuppe in „Traumfrau“ oder in einem absurden schwedischen Comic über Walfrauen in „Whaled Woman„: Die Berlinale Shorts zeigen sich international, relevant, unterhaltend – und kurz. Tolle Beiträge, von denen wir mehr sehen wollen.

16.2.2013 – Tag 10:
Der Goldene Bär geht an den rumänischen Beitrag „Poziţia Copilului“ („Child’s Pose„) von Călin Peter Netzer. 1.600 Gäste, unter denen sich zahlreiche Stars, Prominente und Politiker tummelten, bejubelten den von der Jury um Wong Kar Wai gekürten Sieger der 63. Berlinale. Insgesamt wurden die Filme im Wettbewerb, dem Herzstück des Filmfestes, aber eher kritisch beäugt, was sicher wieder zu Diskussionen um die Auswahl von Kosslick & Co führen wird. Doch auch der Festivalleiter hat gute Argumente: 300.000 verkaufte Kino-Karten in den zehn Tagen beeindrucken.

17.2.2013 – Tag 11:
Zum Schluss gönnen sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin einen besonderen Luxus: Der letzte Festivaltag gehört – konsequent für das Publikumsfestival – den Besuchern. Einen Tag, nachdem die Jury um Wong Kar Wai die Hauptpreise vergab und „Child’s Pose“ aus Rumänien mit dem Goldenen Bären bedachte, diskutierten die Kinofans fleißig über die Ausgezeichneten, die starken Osteuropäer, die gelungenen US-Indies und Entdeckungen, wie den Publikums-Preisträger „The Broken Circle Breakdown“ aus Belgien… bis der letzte Abspann vorbeizog. Bis 2014.

Su T, Peter Correll, Denis Demmerle

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