69. Berlinale „El despertar de las hormigas“ von Antonella Sudasassi Furniss


Isa (Daniella Valenciano) versucht sich in „El despertar de las hormigas“ (von Antonella Sudasassi Furniss) aus der ihr vorbestimmten Rolle als Mutter und Ehefrau zu emanzipieren. © Betta Films

Ameisen unter dem Hintern

El despertar de las hormigas“ erzählt die Geschichte einer zögerlichen, aber unumkehrbaren Emanzipation einer jungen Mutter, die in einer sehr patriarchalischen Gesellschaft lebt.

Die Regisseurin Antonella Sudasassi Furniss aus Costa Rica präsentiert mit ihrem ersten Spielfilm „El despertar de las hormigas“ („Das Erwachen der Ameisen„) im Forum der 69. Berlinale das Porträt eines jungen Paares, das zwischen vererbten Rollenmustern und der Suche nach einem persönlichen, erfüllenden Lebensmodell kämpft. Der in Costa Rica angesiedelte Film beschäftigt sich mit den Regeln einer männlich dominierten Gesellschaft, in der Frauen ihre von Natur aus gegebene Rolle als Mütter und ihre Funktion als Hüterinnen des Häuslichen erfüllen.

Isas (Daniella Valenciano) Alltag wird durch die Pflege der Kinder und der Hausarbeiten bestimmt. Um über die Runden zu kommen, arbeitet Isa auch als Schneiderin von zu Hause aus. Ihr Mann Alcides (Leynar Gómez) erkennt die Doppelbelastung, der sie ausgesetzt ist, nicht und geht davon aus, dass sein Wunsch nach einem dritten Kind auch dem seiner Frau entspricht. Er erhält moralische Unterstützung von seiner Schwester und seiner Mutter, die die traditionelle Ordnung vertreten und Druck auf Isa ausüben. Ihre Schwiegermutter mischt sich in die Probleme des Paares ein, gibt Ratschläge und bevormundet Isa regelmäßig. Es ist eine doppelte Emanzipation, die Isa versucht, eine von ihrer Schwiegermutter und eine als Frau im Kreis ihrer Ehe. Sie verspürt den Drang, ein Atelier für ihre Schneiderei zu eröffnen, um damit ihr eigenes Geld zu verdienen. Der erste Schritt dazu ist die Verhütungspille, die sie sich heimlich holt.

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