27. Black International Cinema im Rathaus Schöneberg

Authentische Einblicke


Die erste Abschlussklasse der Howard High School, Filmszene: "A Separate Place (The Schools P.S. DuPont Built)", Foto: Samuel Peterson

Die erste Abschlussklasse der Howard High School, Filmszene: "A Separate Place (The Schools P.S. DuPont Built)", Foto: Samuel Peterson

Um das zweifelhafte Erbe der Segregation und deren Aufhebung mit Blick auf die afrikanisch-amerikanische Bildung geht es in der US-Dokumentation „A Separate Place (The Schools P.S. DuPont Built)„. Unter der Regie von Rob Underhill und durch die brilliante Schauspielkunst von Mike Wiley, der die gesamte Besetzung von 36 Rollen selbst übernimmt, erzählt der Spielfilm „Dar He: The Lynching of Emmett Till“ die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Emmett Till. Der 14-jährige Junge aus Chicago reist 1955 in die Südstaaten der USA. Er kommt in eine Welt, die geprägt ist durch die strikte Trennung der Hautfarben, ein tief verwurzeltes Kastensystem und unsägliche Verbote. Emmett überschreitet die Grenzen und läuft direkt in sein grausames Schicksal.

I’m Going to Make a Miracle„, eine englische Produktion von Beverly Andrews, zeigt, wie der preisgekrönte türkische künstlerische Leiter um die finanziell gesicherte Zukunft seines Arcola Theaters kämpft. Ken Wyatt, der bereits 2010 einen Film auf dem Black International Cinema Berlin präsentierte, widmet sich in seinem Dokumentarfilm „Colored Confederates: Myth or Matter of Fact?“ der Frage, ob Schwarze aktiv als konföderierte Soldaten am Kampf für die Werte des „Alten Südens“ beteiligt waren, und wenn ja, warum? Er wirft Licht auf diese dunkle Ecke amerikanischer Geschichte.

Neben dem Filmprogramm wird das Festival von Diskussionen, Performances, Seminaren und musikalischen Darbietungen begleitet. Thematisch behandeln die Seminare u.a. Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal, visuelle und darstellende Kunst sowie den Flughafen Tempelhof als internationalen Ort der Begegnung im Streben nach Freiheit und Zukunft. Unter den künstlerischen Präsentationen werden OKBeat on Stage mit Musik und Texten sowie die Suzuki Violin Group der John-F.-Kennedy-Schule unter der Leitung von Esther Freymadl zu sehen sein. Ebenfalls Teil des Festivals ist die nachfolgend stattfindende Fotoausstellung und visuelle Dokumentation „Footprints In The Sand“, die vom 1. Juli bis 31. August 2012 im Foyer des Rathauses Schöneberg präsentiert wird. Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte des Fountainhead® Tanz Theatre in Verbindung mit internationalen KünstlerInnen. Sie zeichnet ein Bild der Aktivitäten verschiedener Menschen bei ihren historischen Beiträgen für Berlin und andere Orte, mit der Intention, diese Unternehmungen davor zu schützen, „Footprints in the Sand?“ zu werden.

Black International Cinema, 2. bis 6. Mai, www.fountainhead-tanz-theatre.de, Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist wie immer frei.

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