76. Berlinale: Programmtipps der Redaktion


Berlinale Palast © Daniel Seiffert / Berlinale 2025
Berlinale Palast © Daniel Seiffert / Berlinale 2025

Ganz schön viel Berlin in dieser 76. Berlinale (12. bis 22. Februar), die nun ihren Ticketshop für das Festival öffnet. Das beginnt mit der Wahl des Jury-Präsidenten, Wim Wenders – eine Entscheidung, die so offensichtlich und überfällig ist, dass sie sowohl Standing Ovations als auch gelangweilte Gähner evoziert. Sie passt aber zu einem Festival, das sich weiterhin müht, einen schier unmöglichen Spagat zwischen Publikumsfestival und A-Festival zu stemmen und dafür nun immerhin den deutschen Granden den roten Teppich ausrollt.

Das Festival begeht zudem ein ziemlich hauptstädtisches Jubiläum: Der Teddy Award wird 40 Jahre alt und zeigt sektionsübergreifend queere Klassiker – insgesamt acht Langfilme und sechs Kurzfilme – noch mal auf der großen Leinwand, darunter Cheryl Dunyes THE WATERMELON WOMAN, Rosa von Praunheims TUNTEN LÜGEN NICHT oder auch Sebastian Leliós UNA MUJER FANTÁSTICA. Viel Berlin ist auch in der diesjährigen Retrospektive anzufinden, die unter dem Titel „Lost in the 90s“ auch am neu eröffneten Standort der Deutschen Kinemathek, im E-Werk, stattfinden wird. Sie gliedert sich in drei Schwerpunkte: „Berlin“, „East Meets West“ und „The End of History“ und greift den post Mauerfall Zeitgeist der 1990er Jahre auf; gezeigt werden Filme von Chantal Akerman, Harun Farocki, Werner Herzog, Krzysztof Kieślowski, Ulrike Ottinger und John Singleton.

Die inzwischen fast schon performative Enttäuschung über die Abwesenheit großer Promis (Gegenbeispiele hier) sowie etablierter internationaler Regiestimmen im Wettbewerb geht wieder einmal mit großer Sichtbarkeit für das Berliner/Deutsche Regiefach einher: Im 22 Filme aus 28 Ländern umfassenden Wettbewerb sind Eva Trobischs ETWAS GANZ BESONDERES ist zu sehen, Angela Schanelec zeigt ihren MEINE FRAU WEINT und auch İlker Çatak ist mit GELBE BRIEFE vertreten – was viele freuen wird, die die Programmierung von DAS LEHRERZIMMER im Panorama vor ein paar Jahren so lamentierten.

Ansonsten wartet die 76. Berlinale und damit zweite Festivalausgabe unter Tricia Tuttle mit einer ähnlichen Festivalstruktur auf. Neu sind die kostenlosen Berlinale Talks im Berlinale HUB am Potsdamer Platz, zu denen unter anderem Faraz Shariat anlässlich seines neuen Films STAATSSCHUTZ geladen ist oder Tom Tykwer (LOLA RENNT läuft in der 90er-Retro); auch sektionsspezifische Talks werden angeboten. Schwierig, dass sich das Festival da selbst Konkurrenz macht: Eigentlich gibt’s ja unlängst die Berlinale Talents Talks, die es mit ihren 15€-Tickets nun schwer haben dürften, mitzuhalten. Zu den positiven Änderungen zählt, dass der European Film Market erstmals für Branchenbesucher*innen die Animation Days (12.-14.2.) ausrichtet und so auch endlich der Tatsache Rechnung trägt, dass Deutschland ein Animations- und VFX-Standort ist.

Jenseits der Leinwand und des Marktes laufen die Baustellen der Hauptstadt für das Festival extra noch mal zur Höchstform auf. Das betrifft vor allem BVG und Bahn, die mit S1-und U2-Schienenersatzverkehr zu den Wochenenden wieder die großen Entfernungen zwischen den Festivalorten deutlich spürbar machen dürften. Und auch die Sanierungsarbeiten im International dauern an, das leider erst kurz nach der Berlinale wieder seine Pforten öffnet. Auf der Haben-Seite: Mit der Kerb Food Hall und den dort ansässigen Essensständen sind ein paar schöne kulinarische Optionen am Potsdamer Platz hinzugekommen, die das Verweilen am Unort erträglicher machen. Wenn man da denn überhaupt als Berliner*in Filme schaut und nicht lieber in einem der vielen schönen Berliner Kinos internationales Festivalflair schnuppert.

Marie Ketzscher

Hier sind die Tipps und Highlights der BFF-Redaktion

WETTBEWERB

ROSE

Sandra Hüller in ROSE © 2026_Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz
Sandra Hüller in ROSE © 2026_Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz

Darum geht es:
Während des Dreißigjährigen Kriegs im 17. Jahrhundert taucht in einem abgelegenen protestantischen Dorf der mysteriöse Soldat Rose (Sandra Hüller) auf. Sein Gesicht ist von einer markanten Narbe gezeichnet. Er erzählt den Dorfbewohnern, dass er der Erbe eines leeren Gehöfts sei. Als Beleg dafür kann er ihnen jedoch nur ein Dokument zeigen. Zweifel machen sich breit. Durch seinen Fleiß und seine Gottesfürchtigkeit wird er schließlich Teil der Gemeinschaft und geht eine arrangierte Ehe mit der Tochter eines Großbauern ein. Doch sein Streben nach Zugehörigkeit und Anerkennung droht in jedem Moment entlarvt zu werden.

Was du zum Film wissen musst:
Der dritte Spielfilm des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer verspricht eine mit Sandra Hüller hervorragend besetzte Hauptrolle und eine spannende Auseinandersetzung mit der Aneignung von Identität und Geschlecht. Bereits mit seinem drastisch-subtilen Debütfilm MICHAEL (2011) über einen Kindesmissbrauch in der Mitte der Gesellschaft stand er seinen provokativen und preisgekrönten Ösi-Kollegen Michael Haneke und Ulrich Seidl, für die er auch als Casting Director tätig war, in Nichts nach. Ob er diese historische Geschichte auf eine genauso kompromisslose Weise umgesetzt hat, wird sich im Wettbewerb der Berlinale zeigen. – HK

Termine bei der 76. Berlinale
Sonntag, 15.02., 18:30 Uhr, Berlinale Palast
Montag, 16.02., 13:30 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Mittwoch, 18.02., 9:45 Uhr, Uber Eats Music Hall
Sonntag, 22.02., 19:45 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

GELBE BRIEFE

GELBE BRIEFE © Ella Knorz_ifProductions_Alamode Film
GELBE BRIEFE © Ella Knorz_ifProductions_Alamode Film

Darum geht es:
Ein Künstlerpaar muss nach einem plötzlichen und willkürlichen Jobverlust seine fragile Existenz in einer zunehmend autoritär organisierten Gesellschaft neu ordnen.

Was Du zum Film wissen musst:
Vor drei Jahren begeisterte Ilker Çatak mit seinem Quasi-„Horrorfilm“ DAS LEHRERZIMMER die Berlinale und ging ein Jahr später für Deutschland ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film. Groß dürfte daher das Interesse an seinem neuen, komplett auf türkisch gedrehten Film sein. Die Geschichte ist in der Türkei angesiedelt, aber in Deutschland inszeniert. Die Drehorte Berlin und Hamburg fungieren als Ankara und Istanbul. Ein Effekt, der gewiss für interessante Irritationen sorgen dürfte. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Freitag, 13.2., 21:30 Uhr, Berlinale Palast
Samstag, 14.2., 14:45 Uhr, Uber Eats Music Hall
Sonntag, 15.2., 12:45 Uhr, Urania
Freitag, 20.2., 12:30 Uhr, Zoo Palast 1
Sonntag, 22.2., 19:00 Uhr Uber Eats Music Hall

BERLINALE SPEZIAL

THE TESTAMENT OF ANN LEE

THE TESTAMENT OF ANN LEE © 2025 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
THE TESTAMENT OF ANN LEE © 2025 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

Darum geht es:
Im England des 18. Jahrhunderts hat die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Ann Lee ein religiöses Erweckungserlebnis. Sie steigt zur Anführerin der Shaker auf, einer evangelikalen Gemeinde, die ihre Liebe zu Gott durch ekstatische Gesänge und an Schütteln erinnernde Tänze zelebriert. In der Heimat bedroht, geht sie mit einer kleinen Schar von Anhängern in die Neue Welt, um zu erfahren, dass ihrem Glauben auch im Land der angeblichen religiösen Freiheit Grenzen gesetzt sind.

Was Du zum Film wissen musst:
Das Besondere an der Gemeinde der Shaker ist gewiss ihre Gründung und Führung durch eine weibliche Prophetin. „Mother Ann“ steht einer ehelosen und zölibatär lebenden Gesellschaft vor. Gespielt wird sie von Amanda Seyfried, die hier in der wahrscheinlich besten Performance ihrer Karriere zu sehen ist. Für Mona Fastvold, die gemeinsam mit ihrem Mann Brady Corbet (THE BRUTALIST) das Drehbuch verfasste, ist das Musical die dritte und bislang größte Regiearbeit. Daniel Blumberg (Oscar für THE BRUTALIST) hat die rituellen Gesänge der Shakers in seinem fantastischen Score einfließen lassen. -TH

Termine bei der 76. Berlinale
Donnerstag, 19.2., 21:15 Uhr, Berlinale Palast
Donnerstag, 19.2., 21:45 Uhr, Zoo Palast 1
Freitag, 20.2., 14:30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele
Samstag, 21.2., 09:45 Uhr, Uber Eats Music Hall
Sonntag, 22.2., 15:30 Uhr, Uber Eats Music hall

GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE

GOOD LUCK, HAVE FUN, DON'T DIE © Constantin Film Distribution GmbH
GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE © Constantin Film Distribution GmbH

Darum geht es:
Eines Abends taucht in einem gutbesuchten Diner eine seltsame Gestalt auf. Der eher an einen Penner erinnernde Fusselkopf behauptet, aus der Zukunft zu kommen und Mitstreiter zu suchen, die mit ihm zusammen das Ende der Welt verhindern.

Was Du zum Film wissen musst:
Zehn Jahre hat der einstige Erfolgsregisseur Gore Verbinski (u.a. PIRATES OF THE CARRIBEAN 1-3) seine Fans auf ein neues Werk warten lassen. Mit einem gut aufgelegten Cast (u.a. Sam Rockwell, Juno Temple, Zazie Beets, Michael Peña und Haley Lu Richardson) wirft er das Publikum in eine wilde Science-Fiction-Satire, die KI und Handysucht aufs Korn nimmt und auch sonst nicht immer geschmackssichere Spitzen gegen unsere moderne Social Media-Welt setzt. Ein Dad-, eigentlich ein Boomer-Movie, das aber, wenn man mal vom etwas verquasten Finale absieht, vor allem ein großer Spaß ist. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Freitag, 13.2., 21:45 Uhr, Zoo Palast 1
Freitag, 13.2., 22:00 Uhr, Uber Eats Music Hall
Sonntag, 15.2., 09:45 Uhr, Urania
Montag, 16.2., 15:00 Uhr, Uber Eats Music Hall
Donnerstag, 19.2., 17:00 Uhr, JVA Plötzensee
Samstag, 21.2., 12:00 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

DIE BLUTGRÄFIN

Isabelle Huppert in DIE BLUTGRÄFIN © Amour Fou Vienna, Amour Fou Luxembourg, Heimatfilm / P. Domenigg
Isabelle Huppert in DIE BLUTGRÄFIN © Amour Fou Vienna, Amour Fou Luxembourg, Heimatfilm / P. Domenigg

Darum geht es:
Nachdem sie für Jahrzehnte untergetaucht war, tritt die Blutgräfin (Isabelle Huppert) im Wien der Gegenwart wieder in Erscheinung. Zusammen mit ihrer treuen Zofe Hermine (Birgit Minichmayr) will sie ein gefährliches Buch aufspüren, das das Vampirreich vernichten kann. Bei einer wilden Schnitzeljagd entlang der prächtigen historischen Orte der Stadt werden sie von dem melancholischen Vegetarier-Vampir Rudi Bubi (Thomas Schubert) und dessen Psychotherapeuten (Lars Eidinger) unterstützt. Dabei sind ihnen zwei Vampirforscher und ein Polizeiinspektor stets dicht auf den Fersen.

Was du zum Film wissen musst:
Die Legende um die „Blutgräfin“ Erzsébet Báthory wurde bereits in zahlreichen Vampirfilmen erzählt, allen voran in Harry Kümels wunderbarem Stück Euro-Sleaze DAUGHTERS OF DARKNESS (1971) mit Delphine Seyrig. Warum also nicht auch in der legendären Camp-Ästhetik von Ulrike Ottinger mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle? Nachdem sie in ihrem letzten Film PARIS CALLIGRAMMES einen introspektiven Blick auf ihre künstlerische Orientierungsphase in den 1960er Jahren geworfen hatte, interpretiert Ottinger hier zusammen mit Co-Autorin Elfriede Jelinek den Vampirmythos auf komische Weise. Ob man das Ganze unglaublich unterhaltsam oder absolut albern findet, liegt dabei sicherlich im Auge des Betrachters. – HK

Termine bei der 76. Berlinale
Montag, 16.02., 21:15 Uhr, Zoo Palast 1
Donnerstag, 19.02., 18:45 Uhr, Cubix 9
Freitag, 20.02., 9:45 Uhr, Uber Eats Music Hall
Samstag, 21.02., 22:15 Uhr, Haus der Berliner Festspiele

PANORAMA

ÁRRU

ÁRRU © Dánil Røkke
ÁRRU © Dánil Røkke

Darum geht es:
In der wilden Natur von Sápmi setzt sich die junge Rentierhüterin Maia leidenschaftlich für den Schutz ihres angestammten Landes gegen industrielle Ausbeutung ein. Als die Bedrohung durch ein Bergbauprojekt konkreter wird, sucht sie Rat bei ihrem charismatischen, aber komplizierten Onkel Lemme. Das reißt allerdings alte Wunden auf und konfrontiert die Familie mit lang verdrängten traumatischen Erlebnissen. Sie muss sich entscheiden, mit dem Schweigen der Familie zu brechen oder das Land ihrer Vorfahren zu retten.

Was du zum Film wissen musst:
ÁRRU ist das Spielfilmdebüt der aus Guovdageaidnu, Sápmi stammenden Choreographin und Regisseurin Elle Sofe Sara und das erste Drama über den Joik (ein traditioneller Gesang) der Sámi. Die Künstlerin arbeitet gern an der Schnittstelle zwischen Film, Tanz und Theater. Ihre Arbeiten sind von der Spiritualität und Körperlichkeit der Sami-Kultur geprägt und der komplexen sozialen und politischen Identität ihres Volkes. Ihr preisgekrönter Kurzfilm RIBADIT gewann 2019 Moon-Jury-Award beim imagineNATIVE Festival in Toronto. – SuT

Termine bei der 76. Berlinale:
Montag, 16.2., 15:15 Uhr, Zoo Palast 1
Dienstag, 17.02., 21:30 Uhr, Cubix 9
Mittwoch, 18.02., 13:00 Uhr, Cubix 7 (UT)
Donnerstag, 19.02., 21:45 Uhr, FaF
Freitag, 20.02., 12:15 Uhr, Cubix 9
Sonntag, 22.02., 22:15 Uhr, Urania

LADY

LADY © Peter Okosun, Ossian International Limited
LADY © Peter Okosun, Ossian International Limited

Darum geht es:
In der nigerianischen Millionenmetropole Lagos erhält eine junge Taxifahrerin ein lukratives Angebot. Sie soll allabendlich eine Gruppe von Prostituierten zu ihren reichen Kunden fahren. Auch wenn sie deren Beschäftigung ablehnt, entspinnt sich zwischen Lady und den Damen doch weiblicher Zusammenhalt in einer harten, von Männern dominierten Welt.

Was Du zum Film wissen musst:
LADY ist das Langfilmdebüt der nigerianischen Regisseurin Olive Nwosu und wurde beim diesjährigen Sundance Festival mit dem World Cinema Dramatic Special Jury Award für sein Schauspiel Ensemble ausgezeichnet. Letzteres ist fast ausschließlich weiblich. Für eine in einer sehr maskulinen Welt angelegten Story schon bemerkenswert. Faszinierend ist neben der Story und dem Blick auf Lagos auch das im Film gesprochene Englisch – ein stark nigerianisch eingefärbter Dialekt. – TH

ALLEGRO PASTELL

ALLEGRO PASTELL © Felix Pflieger
ALLEGRO PASTELL © Felix Pflieger

Darum geht es:
Der Liebesroman „Allegro Pastell“ steht für viele Millenials sicher wie kaum ein Werk für eine andere Welt und Zeit. Von Covid wussten damals vermutlich nur Virologen, ehe sie unfreiwillig zu streitbaren Personen der Öffentlichkeit wurden und so konzentrierte sich Randts Buch auf die (Fern-)Beziehung des Frankfurters Webdesigners Jerome Daimler (Jannis Niewöhner) und der Berliner Schriftstellerin Tanja Arnheim (Sylvaine Faligant ). Beide in ihren 30ern, erfolgreich … und in Leben Zuhause, die in Frankfurt, nahe Frankfurt und einem aufregenden Berlin (orginal) Schauplätze fanden. Kein Wunder, dass als große Komplikation nur die Liebe blieb…

Was Du zum Film wissen musst:
Mit ihrem Debüt DEAD GIRLS DANCING wurde Regisseurin Anna Roller zu einem der Lieblinge des 2023er Filmfests München. Schrieb Roller damals auch das Drehbuch, tat sie sich hierfür mit dem (Bestseller-)Autor Leif Randt zusammen, um dessen Werk für die Leinwand zu adaptieren. Prä-Corona-Vibe als eine Art Historienfilm. – DD

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag, 14.2., 12:50 Uhr, Cubix 7
Mittwoch, 18.2., 15:30 Uhr, Zoo Palast 1
Donnerstag, 19.2., 21:30 Uhr, Cubix 9
Freitag, 20.2., 13:15 Uhr, Cubix 7
Samstag, 21.2., 21:45 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain

Termine bei der 76. Berlinale
Sa. 14.2. 15:30 – Zoo Palast 1
So. 15.2. 21:30 – Cubix 9
Mo. 16.2. 10:00 – Cubix 7
Di. 17.2. 21:45 – Filmtheater am Friedrichshain
Sa. 21.2. 09:30 – Haus der Berliner Festspiele

PARADISE

PARADISE © Entract Studios, Constellation Productions
PARADISE © Entract Studios, Constellation Productions

Darum geht es:
Zwei Coming-of-Age-Geschichten auf zwei verschiedenen Kontinenten: In Ghana wächst Kojo als Sohn eines Fischers in ärmlichen Verhältnissen in den Straßen von Accra auf. Als sein Vater nach einem Sturm nicht vom Meer zurückkehrt, begibt er sich in die brutale Welt der Straßengangs. Im kanadischen Quebec lebt der sensible, aber rebellische Tony bei seiner alleinerziehenden Mutter. Als er ihre Fernbeziehung zu einem Frachtschiffskapitän entdeckt, will er herausfinden, ob dieser sein Vater ist, den er nie kennengelernt hat.

Was du zum Film wissen musst:
Mit seinem für den Oscar nominierten Kurzfilm FAUVE konnte der kanadische Regisseur Jérémy Comte 2018 auf sich aufmerksam machen. Die dramatische Geschichte über das harmlose Spiel zweier vorpubertärer Jungen, das plötzlich eine entsetzliche Wendung nimmt, beeindruckte durch eine intensive Inszenierung und subtile metaphysische Verweise. Sein Langfilmdebüt PARADISE ist eine internationale Koproduktion und wird zeigen, ob er auch auf Spielfilmlänge überzeugen kann. – HK

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag, 14.02., 18:30 Uhr, Urania
Sonntag, 15.02., 18:45 Uhr, Cubix 7
Montag, 16.02., 13:00 Uhr, Cubix 6
Dienstag, 17.02., 19:15 Uhr, CinemaxX 5
Dienstag, 17.02., 19:15 Uhr, CinemaxX 6
Donnerstag, 19.02., 10:45 Uhr, Colosseum 1
Samstag, 21.02., 22:30 Uhr, Zoo Palast 2

THE MOMENT

THE MOMENT © A24
THE MOMENT © A24

Darum geht es:
Ein aufsteigender Popstar gerät in die Mühlen der Verwertungslogik einer gnadenlosen Musikindustrie. Während sie eine Arena-Tour vorbereitet, muss sie sich zwischen ihrer Integrität als Künstlerin und den kommerziellen Ansprüchen ihres Labels entscheiden.

Was Du zum Film wissen musst:
Im Zentrum dieser Mockumentary steht die Sängerin Charli XCX, die sich selbst spielt und auch treibende künstlerische Kraft hinter dem Projekt ist. Inszeniert wurde der Film von Aidan Zamiri, der auch für die meisten Musikvideos von Charli XCX verantwortlich zeichnet. Im Sommer 2024 veröffentlichte die Sängerin ihr sechstes Studioalbum „brat“, das Dank cleverer Marketing Strategie zum popkulturellen Phänomen hochgejazzt wurde. Der Sommer 2024 wurde zum „brat summer“ erklärt, während das Neongrün des Albumcovers als „Farbe des Jahres“ gefeiert wurde. Für Charli XCX, die bis dahin weniger durch kommerziellen Erfolg als durch stetig wachsende Followerschaft ihren Status als Popstar erlangt, stellte „brat“ den tatsächlichen Durchbruch dar. Der Film zeigt nun die chaotischen Nachwirkungen des Erfolgs. Die Künstlerin ist schon bald überfordert und droht die Kontrolle über ihr Projekt zu verlieren. Alles soll noch viel größer und gewinnbringender werden. THE MOMENT ist ein anstrengender Film, der aber nicht mit harscher Kritik an der Industrie, den (a)sozialen Medien oder den Künstlern zurückhält. Neben der Hauptdarstellerin, die sich hier für weitere Einsätze empfiehlt, brilliert Alexander Skarsgård als schmieriger Regisseur und es gibt ein Wiedersehen mit Rosanna Arquette. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag, 14.2., 21:30 Uhr, Zoo Palast 1
Sonntag, 15.2., 22:00 Uhr, Uber Eats Music Hall
Montag, 16.2., 10:45 Uhr, Colosseum 1
Dienstag, 17.2., 16:00 Uhr, Uber Eats Music Hall

FORUM

ANYMART

ANYMART © NOTHING NEW, TOHOKUSHINSHA FILM CORPORATION
ANYMART © NOTHING NEW, TOHOKUSHINSHA FILM CORPORATION

Darum geht es:
Ein junger Mann arbeitet gelangweilt in einem kleinen Supermarkt. Die Kollegen nerven, der Chef hat seltsame Prinzipien und mit seinen Online-Bekanntschaften läuft es auch eher mäßig. Doch eine neue Mitarbeiterin weckt Ambitionen.

Was Du zum Film wissen musst:
Ein kleiner Horrorfilm über eine entmenschlichte Arbeitswelt, die nach einem SloMo-Beginn ins Bluttriefende übergeht. Gesellschaftskritik gepaart mit schwarzem Humor der japanischen Lesart. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Freitag, 13.2., 17:30 Uhr, Cinema Paris
Samstag, 14.2., 09:30 Uhr, Cubix 8
Mittwoch, 18.2., 22:00 Uhr, Bluemax Theater
Sonntag, 22.2., 20:30 Uhr, Delphi Filmpalast

NOUS SOMMES LES FRUITS DE LA FORÊT (WE ARE THE FRUITS OF THE FOREST)

NOUS SOMMES LES FRUITS DE LA FORÊT © ARTE France/ CDP / Anupheap Production 2025 Tous droits réservés
NOUS SOMMES LES FRUITS DE LA FORÊT © ARTE France/ CDP / Anupheap Production 2025 Tous droits réservés

Darum geht es:
Den Bunong, einem indigenen Volk in Kambodscha, ist das Prinzip von Landbesitz fremd. Sie leben vom und mit dem Wald. Doch in einer modernen Welt wird ihr Lebensraum immer kleiner. Ihre Kultur, ihre Skills, ihre Geister und sie selbst drohen zu verschwinden.

Was Du zum Film wissen musst:
Der bildgewaltige Dokumentarfilm stellt dem Heute die Vergangenheit gegenüber, arbeitet mit Archivaufnahmen und Splitscreen. Eine eindringliche Warnung, auch das zu bewahren, von dessen Existenz in der westlichen Welt kaum noch jemand weiß. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag, 14.2., 21:00 Uhr, Delphi Filmpalast
Mittwoch, 18.2., 17:30 Uhr, Cinema Paris
Freitag, 20.2., 11:30 Uhr, Cubix 8
Sonntag, 22.2., 12:00 Uhr, Kino Betonhalle@Silent Green

BLACK LIONS – ROMAN WOLVES

BLACK LIONS - ROMAN WOLVES © Negod Gwad Productions
BLACK LIONS – ROMAN WOLVES © Negod Gwad Productions

Darum geht es:
Im Jahr 1935 überfällt das faschistische Italien das Kaiserreich Abessinien (heute Äthiopien). Nach dem vermeintlichen Sieg der Italiener wehrt sich das äthiopische Volk in einem jahrelangen Guerillakrieg bis zur Befreiung im Zuge des Zweiten Weltkriegs.

Was Du zum Film wissen musst:
Der Abessinienkrieg ist ein Vorläufer des Zweiten Weltkriegs. Benito Mussolini, bis dahin ein Gegner Hitlers und des Deutschen Reiches, wollte damit seine imperialen Ansprüche geltend machen, geriet aber aufgrund des brutalen Vorgehens seines Militärs, das u.a. auch Giftgas einsetzte, in Konflikt mit den ehemaligen Verbündeten und dem Völkerbund. Die Unterstützung der Deutschen begünstigte die Entstehung des Achse Berlin-Rom, die wenige Jahre später die Welt in Brand setzen sollte. Der legendäre äthiopische Regisseur Haile Gerima erzählt den in unseren Breitengraden fast vergessenen Konflikt in epischer Breite (9,5 Stunden!), vor allem aber aus Sicht der Überfallenen. Zahlreiche, z.T. noch nie gesehene Archivaufnahmen werden mit Augenzeugenberichten kombiniert und zeichnen ein umfassendes, detailliertes Porträt des letzten kolonialen Eroberungsfeldzugs der Geschichte, der Beteiligten und seiner Folgen. – TH

Termine bei der 76. Berlinale
Montag, 16.2., 15:00 Uhr, Delphi Filmpalast, Teil 1+2 (von 5)
Dienstag, 17.2., 16:00 Uhr, Delphi Filmpalast, Teil 3-5 (von 5)
Mittwoch, 18.2., 10:00 Uhr, CinemaxX 9, Teil 1+2 (von 5)
Mittwoch, 18.2., 14:30 Uhr, CinemaxX 9, Teil 3-5 (von 5)

THE DAY OF WRATH: TALES FROM TRIPOLI

THE DAY OF WRATH: TALES FROM TRIPOLI © Orjouane Productions
THE DAY OF WRATH: TALES FROM TRIPOLI © Orjouane Productions

Darum geht es:
Die Geschichte Tripolis seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1943 – durch seine Kriege, Krisen und (gescheiterten) Revolutionen besehen. Rania Rafei verbindet in ihrem Dokumentarfilm persönliche Erinnerungen an ihren Vater und Archivmaterial mit einer unglaublichen Vielfalt an Interviews. Dabei kommen ältere Stadtbewohnerinnen ebenso zu Wort wie junge Schülerinnen. So entsteht ein dichtes Bild einer Stadt und einer Nation.

Was du zum Film wissen musst:
Rania Rafei beschäftigt sich in ihrem filmischen Schaffen immer wieder mit dem Libanon, der arabischen Welt und den dortigen politischen Umwälzungen. Mit THE DAY OF WRATH widmet sie sich erstmals ihrer Heimatstadt.

Termine bei der 76. Berlinale
Dienstag, 17.2.,17:30 Uhr, Cinema Paris
Mittwoch, 18.2., 10:00 Uhr, ADK am Hanseatenweg
Samstag, 21.2., 16:30 Uhr, Cubix 8

IF PIGEONS TURNED TO GOLD

IF PIGEONS TURNED TO GOLD © CLAW films
IF PIGEONS TURNED TO GOLD © CLAW films

Darum geht es:
Sucht als biografischer roter Faden. Pepa Lubojacki untersucht in diesem autobiografischen Doc-Essay aus unmittelbarer Nähe und ohne Möglichkeit der Distanzierung, wie die Substanzabhängigkeit und die Traumata in ihrer Familie von Generation zu Generation weitergegeben werden: Sowohl ihr Bruder als auch ihre beiden Cousins sind alkohol- und/oder drogenabhängig und leben auf der Straße.

Was du zum Film wissen musst:
Ob zum Leben erweckte Fotoaufnahmen oder Tauben-Memes: Pepa Lubojacki greift stark auf KI zurück. Diese kombiniert Lubojacki mit dem zumeist von ihr selbst gedrehten Bewegtbildmaterial. IF PIGEONS TURNED TO GOLD ist Pepa Lubojackis Debütfilm. – MK

Termine bei der 76. Berlinale
Freitag, 13.2., 13:00 Uhr, Zoo Palast 2
Samstag, 14.2.,18:30 Uhr, Cubix 8
Samstag, 21.2., 14:30 Uhr, Cinema Paris
Sonntag, 22.2., 10:30 Uhr, Cubix 8

DOGGERLAND

DOGGERLAND © Kim Ekberg
DOGGERLAND © Kim Ekberg

Darum geht es:
Alf geht gern angeln. Und deckt nachts seine Mama Monica zu. Denn unter ihrem Dach lebt er noch mit Ü40, obwohl sie es gern sähe, dass er mal auszieht, und sich nicht in Artisten-Träume versteigt. Aber gern haben tun sie sich ja trotzdem – und muss man eigentlich immer mitmachen beim Schneller, Höher, Weiter?

Was du zum Film wissen musst:
DOGGERLAND, auf 16mm und in Schwarz-Weiß gedreht, ist dokumentarisch inspiriert bzw. inszeniert: Kim Ekberg hat in DOGGERLAND nicht nur Anita und John Holm besetzt, auch im richtigen Leben Mutter und Sohn, sondern lässt auch die Orte, Räume und realen Bürger*innen seiner Heimatstadt Norköpping Teil des Films werden. Zusammen mit Sawandi Groskind, Saarlotta Virri und Hannah Wiker Wikström betreibt er seit 2022 die „unabhängige antikapitalistische Produktionsfirma POST POST”. – MK

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag,14.2., 13:30 Uhr, ADK am Hanseatenweg (35-mm-Filmkopie)
Montag, 16.2.,14:30 Uhr, Cinema Paris
Mittwoch, 18.2., 15:00 Uhr, CinemaxX 7
Samstag, 21.2., 20:30 Uhr, Cine

FORUM SPEZIAL

FRAUEN IN BERLIN

FRAUEN IN BERLIN © Filmuniversität Babelsberg
FRAUEN IN BERLIN © Filmuniversität Babelsberg

Darum geht es:
Das Erleben von Partnerschaft, Autonomie, Liebe und Staat in Ostberlin im Jahr 1981. Die indische Austauschstudentin Chetna Vora, deren Film OYOYO mit dem Einblick in das Leben Studierender aus dem sozialistischen Ausland eine ungemein empathische Filmperle bleibt, befragt in FRAUEN IN BERLIN Frauen unterschiedlichen Alters nach ihren Lebensentwürfen, in der Küche sitzend, auf dem Sofa oder Balkon. Immer auf Augenhöhe, immer vetraut. Viele für „Ostbiografien“ typische Marker finden sich wieder – die oft viel zu frühe Mutterschaft, Scheidung, hartes Erwerbsleben (oft jedoch mit schlechterem Verdienst als die Männer) – aber oft auch beeindruckende Ausbrüche aus den vermeintlich bekannten Biografien, ob das dann die junge Witwe ist oder eine Überlebende des Faschismus und glühende Kommunistin, für die die DDR das Glück auf Erden ist. Erschreckend bleibt der frühe Zwang zur heteronormativen Beziehung, um auf eigenen Beinen zu stehen. Ein tolles Zeitdokument.

Was du zum Film wissen musst:
Es ist ein wirkliches Wunder, dass wir diesen Film überhaupt zu sehen bekommen – die Hochschule für Film und Fernsehen bestand darauf, dass Vora ihren Film als 30-Minüter einreichte und beschlagnahmte das restliche Filmmaterial. Dass er nun bei der Berlinale in ganzer Länge von 142 Minuten über die Leinwand flimmert, ist der Tatsache zu verdanken, dass jemand damals die Projektion auf eine „improvisierte Leinwand“ mit VHS abfilmte, ihr damaliger Partner Lars Barthel sie aufbewahrte – und der Film nun im Rahmen eines Konrad-Wolf-Projektes restauriert werden konnte. – MK

Termine bei der 76. Berlinale
Samstag, 14.2., 12:00 Uhr, Kino Betonhalle@Silent Green
Freitag, 20.2., 17:15 Uhr, Cinema Paris

GENERATION

SAD GIRLZ (OT: CHICAS TRISTES)

CHICAS TRISTES © Rosa Hadit Hernández, Colectivo Colmena
CHICAS TRISTES © Rosa Hadit Hernández, Colectivo Colmena

Darum geht es:
La Maestra (Rocio Guzmán) und Paula (Darana Álvarez) sind 16 Jahre alt und nicht nur die ehrgeizigsten Schwimmerinnen ihres Teams, sondern auch die besten Freundinnen. Doch nach einer Party, auf der Paula Zeit mit ihrem Schwarm Daniel allein verbringt, verändert sich Paula plötzlich. Nach und nach findet La Maestra heraus, was der Grund dafür ist. Der Umgang mit dem Ereignis stürzt die enge Freundschaft der Teenagerinnen in eine tiefe Krise.

Was du zum Film wissen musst:
Fernanda Tovar, 1991 in Mexiko-Stadt geboren und Berlinale Talents Guadalajara- und Latin America-Alumna, zeichnet für Drehbuch und Regie verantwortlich. Ihren Kurzfilm MI EDAD, LA TUYA Y LA EDAD DEL MUNDO durfte sie bei der Semaine de la Critique in Cannes präsentieren. Tovars Debüt-Langspielfilm über relevante Themen wie sexualisierte Gewalt sowie Freundschaft und Zusammenhalt unter Mädchen und jungen Frauen, SAD GIRLZ, erlebt seine Weltpremiere nun in der Sektion Generation 14plus. – StB

Termine bei der 76. Berlinale:
Samstag, 14.02.2026, 20:00 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Montag, 16.02.2026, 10:15 Uhr, Cubix 6
Dienstag, 17.02.2026, 12:30 Uhr, Zoo Palast 1
Donnerstag, 19.02.2026, 13:00 Uhr, Zoo Palast 2
Samstag, 21.02.2026, 18:45 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain

MATAPANKI

Darum geht es:
Anarcho-Chaos aus Chile: Im Mittelpunkt steht Antiheld Ricardo, ein trinkfester Punk mit Herz. Sein abseitiger Superheld erhält nach dem Genuss eines geheimnisvollen Gebräus namens Matapanki Superkräfte – allerdings nur solange er trinkt. Seine Mission, eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft, könnte kaum wagemutiger sein…

Was du zum Film wissen musst:
Mit seinem jungen Filmteam, die meisten sind noch in ihren Zwanzigern, entwickelte der junge chilenische Regisseur Diego „Mapache“ Fuentes MATAPANKI als Abschlussprojekt der Universidad del Desarrollo. Das wilde Spielfilmdebüt wurde bei seiner Weltpremiere beim Festival de Valdivia als Bester chilenischer Film ausgezeichnet. Es folgten internationale Premieren im Wettbewerb des Festival del Nuevo Cine Latinoamericano in Havanna und beim Slamdance Film Festival in den USA. – DD

Termine bei der 76. Berlinale:
Di. 17.2. 19:00 – HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Mi. 18.2. 12:30 – Zoo Palast 1
Do. 19.2. 10:15 – Cubix 6
Sa. 21.2. 16:15 – Cubix 6
So. 22.2. 18:45 – Filmtheater am Friedrichshain

EN ROUTE TO

EN ROUTE TO © Yoo Jaein
EN ROUTE TO © Yoo Jaein

Darum geht es:
Für Yun-ji, eine stille, zurückhaltende Schülerin eines Mädcheninternats, bricht eine Welt zusammen, als sie feststellt, dass sie schwanger ist. Noch dazu ist der Vater des Kindes ihr verheirateter Klassenlehrer Jong-su. Als der ohne ein Wort verschwindet, entscheidet sich Yun-ji dazu, auf illegalem Weg Abtreibungspillen zu bestellen, um ihren Lehrer zurückzugewinnen. Da sie kein Geld hat, sieht sie nur einen Ausweg: das Geld ihrer selbstbewussten Mitbewohnerin Kyung-sun zu stehlen. Das bleibt nicht unentdeckt…

Was du zum Film wissen musst:
Regisseurin und Drehbuchautorin Yoo Jaein, 1985 in der Republik Korea geboren, bearbeitet in ihrem Coming-of-Age-Drama EN ROUTE TO Themenbereiche wie das Recht am eigenen Körper, die Schwangerschaft einer Teenagerin – und Missbrauch durch einen Lehrer. EN ROUTE TO, ihre Abschlussarbeit an der Korean Academy of Film Arts, stellt Yoo Jaein in der Sektion Generation 14plus vor. Beim Busan International Film Festival 2025, wo der EN ROUTE TO seine Weltpremiere erlebte, gewann Hauptdarstellerin Lee Jiwon den Preis für die beste Schauspielerin. – StB

Termine bei der 76. Berlinale:
Mittwoch, 18.02.2026, 19:00 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Donnerstag, 19.02.2026, 12:30 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Freitag, 20.02.2026, 10:15 Uhr, Cubix 6
Samstag, 21.02.2026, 12:45 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain
Sonntag, 22.02.2026, 19:00 Uhr, Cubix 6

A FAMILY

A FAMILY © Jasper Wolf
A FAMILY © Jasper Wolf

Darum geht es:
Die Geschwister Nina (Celeste Holsheimer) und Eli (Finn Vogels) erleben die Scheidung ihrer Eltern Maria und Jacob mit und müssen im Sorgerechtsstreit Stellung beziehen. Während der 14-jährige Eli Halt in seinem Schwimmteam findet, lenkt Nina, 16, die Liebe zu ihrer Freundin Steffie ab. Zwischen Loyalitätskonflikten und Wut, Trauer um ihr altes Leben und der Sehnsucht nach Zuwendung versuchen die beiden Teenager*innen, auf ganz unterschiedliche Art, mit der Situation umzugehen.

Was du zum Film wissen musst:
Regisseur Mees Peijnenburg, 1989 in Tokio geboren und u. a. an der Netherlands Film Academy ausgebildet, erzählt in seinem zweiten Film, dessen Drehbuch er gemeinsam mit Bastiaan Kroeger schrieb, nacheinander aus den beiden gegensätzlichen Perspektiven der Geschwister von den Herausforderungen einer Scheidung. Zweimal wurde Mees Peijnenburg für den Gläsernen Bären der Berlinale nominiert – für seine Kurzfilme A HOLE IN MY HEART und EVEN COWBOYS GET TO CRY. Sein Langfilm A FAMILY feiert seine Weltpremiere auf der Berlinale 2026 in der Sektion Generation 14plus. – StB

Termine bei der 76. Berlinale:
Sonntag, 15.02.2026, 12:30 Uhr, Zoo Palast 1
Montag, 16.02.2026, 16:00 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Dienstag, 17.02.2026, 18:45 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain
Mittwoch, 18.02.2026, 10:15 Uhr, Cubix 6
Samstag, 21.02.2026, 19:45 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium

DER ATLAS DES UNIVERSUMS (OT: ATLASUL UNIVERSULUI)

ATLAS DES UNIVERSUMS © Razvan Marinescu
ATLAS DES UNIVERSUMS © Razvan Marinescu

Darum geht es:
Der Film erzählt die Geschichte des 10-Jährigen Filip, der sich nach einem Fehlkauf zweier rechter Schuhe auf eine abenteuerliche Reise begibt. Dabei lernt er mutige Entscheidungen zu treffen, sich der eigenen Scham zu stellen und Ängste zu überwinden. Atlas des Universums erzählt vom Wert der Freundschaft, der eigenen Unabhängigkeit und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Eine Art Coming of Age-Roadmovie.

Was du zum Film wissen musst:
Paul Negoescu zählt zu den profiliertesten Stimmen des modernen rumänischen Kinos. Der 1984 in Bukarest geborene Regisseur distanziert sich bewusst von der sogenannten „Neuen Welle“ des rumänischen Films. Mit Werken wie seinem Venedig-Debüt A Month in Thailand gelang ihm der Sprung auf die große Bühne der Filmfestspiele von Venedig. ATLAS OF THE UNIVERSE ist sein fünfter Spielfilm. – SuT

Termine bei der 76. Berlinale:
Samstag, 14.2., 09:30 Uhr, Zoo Palast 1
Sonntag, 15.2., 10:00 Uhr Zoo Palast 2
Montag, 16.2., 16:15 Uhr, Cubix 6
Donnerstag, 19.2., 09:45 FaF
Donnerstag, 19.2. 16:15 Uhr Cubix 6 (syrisch-arabische Einsprache)
Samstag, 21.2., 10:00 Uhr, HKW 1

A FABULOSA MÁQUINA DO TEMPO (THE FABULOUS TIME MACHINE)

A FABULOSA MÁQUINA DO TEMPO © Eliza Capai
A FABULOSA MÁQUINA DO TEMPO © Eliza Capai

Darum geht es:
Eine Gruppe von Mädchen im brasilianischen Hinterland. Was denken sie über die Vergangenheit, das schwierige Leben ihrer Mütter, ihre Rolle in einer noch stark von patriarchalen Zügen geprägte Gesellschaft, die Schwelle zum Teenagersein, aufkeimende Sexualität und vor allem: wie sehen sie ihre Zukunft?

Was Du zum Film wissen musst:
Die kleine, wirtschaftlich abgehängte Stadt Guaribas galt einst als Brasiliens „Hungerhauptstadt“, bevor sie unter der Regierung Lula da Silvas als erste Gemeinde vom „Fome Zero“-Programm zur Bekämpfung akuter Armut profitierte. Der halbdokumentarische Film von Eliza Capai lässt seine sympathischen, nach 2012 geborenen Protagonistinnen nicht nur selbst zu Wort kommen, sondern auch einige Szenen von ihnen nachspielen und „nachdrehen“. Um den jungen Mädchen die Deutungshoheit über ihre Geschichte zurückzugeben, verbleibt er ganz in ihrer Perspektive. Die Inszenierung, der Film selbst, wird zur titelgebenden Zeitmaschine. -TH

Termine bei der 76. Berlinale
Freitag, 13.2., 15:30 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Samstag, 14.2., 10:00 Uhr, Zoo Palast 2
Samstag, 14.2., 11:30 Uhr, Cubix 6
Sonntag, 15.2., 13:15 Uhr, Cubix 6
Dienstag, 17.2., 10:00 Uhr, HKW 1 – Miriam Makeba Auditorium
Sonntag, 22.2., 16:15 Uhr, Cubix 6

PERSPECTIVES

17

17 © Black Cat Production
17 © Black Cat Production

Darum geht es:
Auf einer Klassenfahrt versucht die 17-jährige Sara (Eva Kostic), ein Geheimnis, das sie sehr belastet, vor ihren Mitschüler*innen zu verbergen. Doch dann bekommt sie mit, wie jemand Lina (Martina Danilovska), mit der Sara sich widerwillig ein Zimmer teilt, sexuell nötigt. Die beiden Mädchen schließen sich zusammen.

Was du zum Film wissen musst:
Regisseurin und Drehbuchautorin Kosara Mitic, 1987 in Skopje im heutigen Nordmazedonien geboren, ist Berlinale Talents-Alumna. Ihr Langfilmdebüt 17, in dem sie schonungslos sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den Blick nimmt, stellt sie als Weltpremiere auf der Berlinale 2026 in der Sektion Perspectives vor. – StB

Termine bei der 76. Berlinale:
Mittwoch, 18.02.2026, 19:00 Uhr, Bluemax Theater
Donnerstag, 19.02.2026, 15:45 Uhr, Cubix 9
Freitag, 20.02.2026, 21:45 Uhr, Cubix 8
Samstag, 21.02.2026, 19:00 Uhr, Bluemax Theater
Sonntag, 22.02.2026, 17:30 Uhr, Colosseum 1

RETROSPEKTIVE

SLACKER

SLACKER © Detour Filmproduction
SLACKER © Detour Filmproduction

Darum geht es:
Ein Tag in Austin, Texas. Durch die alternative Szene der Stadt mäandern skurilste Charaktere, Anfang 20-Jährige in ihrer eigenwilligen und fast schon anarchistisch freien Subkultur, Slackers. Ihre Weltanschauungen, Macken, Philosophien und Träume bilden das Grundgerüst des Films. Wie in allen seinen Werken setzt Richard Linklater auf verbales Synapsenfeuer und die Situationskomik des Alltags. Ein wunderbarer Rückblick auf die Generation X und die guten alten 90er.

Was du zum Film wissen musst:
Richard Linklaters Debütfilm gilt als eines der Standardwerke des Independent Kinos der 90er und beeinflusste nachhaltig etliche Regisseure, von Kevin Smith bis David Gordon Green.
In Zeiten tumber Lifestyle-Teilzeit-Debatten und geopolitischer Idiotien ein heilsamer Rückblick auf das sorglose Lebensgefühl der Generation X; voller Sehnsucht, Freiheit und Humor. – SuT

Termine bei der 76. Berlinale:
Samstag, 21.2., 21.30 Uhr, AdK
Sonntag, 22.2., 19:00 Uhr, AdK

PARTY GIRL

PARTY GIRL © Radial Entertainment 2025
PARTY GIRL © Radial Entertainment 2025

Darum geht es:
Nach einer eskalierten Hausparty findet sich die exaltierte Mary plötzlich in einer New Yorker Stadtbibliothek wieder, um dort ihre Kautionsschulden abzuarbeiten. Von der strengen Dewey-Systematik der Buchsortierung völlig überfordert sucht das schillerde Partygirl weiter Ablenkung in der New Yorker Clubszene und begegnet schließlich einem attraktiven libanesischen Falafel-Verkäufer, der ihr Leben auf vom Kopf auf die Füße stellt.

Was du zum Film wissen musst:
Autorenfilmerin Daisy von Scherler Mayer schuf mit ihrem Debütfilm PARTY GIRL 1995 ebenfalls einen wahrhaftigen Indie-Klassiker. In einer Art Screwball-Comedy inszeniert sie Parker Posey in der New Yorker Underground Szene der 90er als schrille, furchtlose junge Frau und extravagante Mode-Ikone, die sich ihren Platz im Leben nimmt und nicht zuteilen lässt. Neben Parker Posey sind auch Liev Schreiber (X-Men) und der junge Simon Verhoeven (Willkommen bei den Hartmanns), der Mitte der 90er Jahre am Lee Strasberg Theatre and Film Institute studierte und sich schließlich doch der Regie zuwandte, in Nebenrollen zu sehen. SuT

Termine bei der 76. Berlinale:
Samstag, 14.2., 22:00 Uhr, AdK
Donnerstag, 19.2., 19:00 Uhr, Cubix 5
Sonntag, 22.2., 19:00 Uhr, Kinemathek

GORILLA BATHES AT NOON

GORILLA BATHES AT NOON © Deutsche Kinemathek / von Vietinghoff Filmproduktion
GORILLA BATHES AT NOON © Deutsche Kinemathek / von Vietinghoff Filmproduktion

Darum geht es:
Major Lazutkin kennt sich nicht mehr aus. Eigentlich war er mal wer – ein russischer Offizier nämlich. Jetzt, 1991, kommt er aus dem Krankenhaus und plötzlich ist seine Armee abgezogen und seine ganze lächerliche Uniform bedeutet plötzlich gar nichts mehr. Und in diesem Berlin, das ihn ja mal mit offenen Armen begrüßte, ist er nicht mehr als ein Verlorener, der mit Banane in der Hand sein Rückflugticket nach Moskau verticken möchte. Dabei begegnet er nicht nur den kriminellen Strippenziehern der alten und neuen Zeit, sondern auch neuen Liebschaften und Ausweglosigkeiten. Mittendrin erscheint ihm immer wieder Lenin, der ihm zuflüstert, den alten kommunistischen Traum nicht aufzugeben.

Was du zum Film wissen musst:
GORILLA BATHES AT NOON ist eine wiederentdeckte Filmperle der Jugoslawischen Schwarzen Welle, die herrlich humorvoll und bisweilen absurd-parodistisch die gesellschaftlich Orientierungslosigkeit nach 1989 und 1991 einfängt. Regisseur Dušan Makavejev inszeniert seine trashige 90er-Parodie unter anderem in Abrisshäusern, am Kudamm und mit grandiosen Aufnahmen, die den Abriss und Abtransport einer Lenin-Statue in Friedrichshain dokumentieren, Gegendemo inklusive. Zwischendrin immer wieder Szenen aus dem stalinistischen Weltkriegsfilm DER FALL VON BERLIN (UdSSR 1949), die die propagandistischen Versprechen der gerade zerfallenden Sowjetunion entlarven. Nur: auch die neue Welt schaut nicht sonderlich vielversprechend aus.

Termine bei der 76. Berlinale
Dienstag, 17.2., 17:00 Uhr, Cubix 5
Donnerstag, 19.2., 19:00 Uhr, Deutsche Kinemathek – Halle (Gast: Joachim von Vietinghoff)
Samstag, 21.2., 11:00 Uhr, Cubix 5

BERLINALE CLASSICS

GESCHICHTE DER WÄNDE ODER WIE EINE SIEDLUNG ENTSTEHT (OT: PANELSTORY, ANEB JAK SE RODÍ SÍDLIŠTĚ) (1979)

GESCHICHTE DER WÄNDE ODER WIE EINE SIEDLUNG ENTSTEHT © Czech Audiovisual Fund
GESCHICHTE DER WÄNDE ODER WIE EINE SIEDLUNG ENTSTEHT © Czech Audiovisual Fund

Darum geht es:
Eine progressive Plattenbausiedlung in der Prager Vorstadt befindet sich im Aufbau. Doch vom geplanten grünen Wohnparadies ist hier noch nichts zu erkennen. Die ersten Mieter sind bereits eingezogen und müssen ihren Alltag zwischen Sichtbeton und Baugrube organisieren. Taxifahrer geistern orientierungslos zwischen den Wohntürmen umher, Kinderwagen bleiben im Schlamm stecken und wenn die Leitung mal wieder trocken bleibt, muss eben mit dem Wasser aus dem Spülkasten der Toilette gekocht werden. Im Laufe eines Tages verbinden sich die Schicksale der Bewohner*innen zu einem chaotischen Wimmelbild der Gesellschaft.

Was du zum Film wissen musst:
Die Regisseurin Věra Chytilová (TAUSENDSCHÖNCHEN) war eine einflussreiche Pionierin der Tschechoslowakischen Neuen Welle der 1960er Jahre, die mit ihren surrealen filmischen Reflexionen die gesellschaftlichen Konventionen hinterfragte. Diese Experimentierfreude konnte sie mit PANELSTORY … auch bis in die späten 1970er Jahre weitertragen. Vom experimentell montierten Vorspann, der die triste Brachlandschaft im Schein einer riesigen roten Sonne hinter den Plattenbauten einfängt, über den ständigen Einsatz von Handkamera und Weitwinkelobjektiv, zeigt sie eine rasante Bildfolge humorvoller und stellenweise geradezu apokalyptisch überzeichneter Momentaufnahmen. Kein Wunder, dass ihre Gesellschaftssatire zwei Jahre lang zurückgehalten wurde und erst 1981 in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik gezeigt werden durfte. – HK

Termine bei der 76. Berlinale
Dienstag, 17.02., 19:00 Uhr, ADK am Hanseatenweg (Gast: Michal Bregant)
Mittwoch, 18.02., 11:15 Uhr, Cubix 5
Sonntag, 22.02., 15:15 Uhr, Cubix 5

BERLINALE SHORTS

KONTREWERS

KONTREWERS © Zuza Banasińska
KONTREWERS © Zuza Banasińska

Darum geht es:
In KONTREWERS trifft ein jahrhundertealter Stein und die in ihm verborgene Erinnerung an Mythen, Sagen und Aberglaube auf die 102 Jahre alte Großmutter der Regisseur*in Zuza Banasińska. Dabei spielen sowohl die generationenübergreifenden Traumata eine Rolle, als auch das Alter selbst, das hier von Banasińska in Bild und Ton raumgreifend inszeniert wird.

Was du zum Film wissen musst:
Banasińska letzter Film, GRANDMAMAUNTSISTERCAT, war im Forum Expanded 2024 zu sehen und gewann einen Teddy Award. Auch hier tauchte Zuza Banasińska in polnische Geschichte ein bzw. schrieb sie neu: Mittels Archivmaterial des Lehrfilmstudios in Łódź erforschte sie Gesellschaftsrollen und Erwartungen, verortete sich selbst. -MK

KONTREWERS läuft im Kurzfilmprogramm „Berlinale Shorts 5“; der im Rahmen des Programms gezeigte Kurzfilm UNIDENTIFIZIERTE UNFLUGOBJEKTE (UUO) enthält Stroboskopeffekte.

Termine bei der 76. Berlinale
Donnerstag, 19.2., 18:15 Uhr, Urania
Freitag, 20.2., 16:30 Uhr, Cubix 8
Freitag, 20.2., 19:00 Uhr, Colosseum 1
Samstag, 21.2., 12:00 Uhr, Kino Betonhalle@Silent Green (Shorts Take Their Time: Ausführliches Q&A nach jedem Film)
Samstag, 21.2., 16:00 Uhr, Zoo Palast 2

BERLINALE TALENTS

LOVE IN NUMBERS: CREATING A SHORT FILM CANON FROM SCRATCH

Key Visual © Berlinale Talents
Key Visual © Berlinale Talents

Darum geht es:
Wer an die „Besten Filme aller Zeiten“ denkt, denkt zumeist an Langfilme, prominenten Rankings in den Filmmedien sei (Un)dank. Dabei ist die kurze Filmform doch so ein wahnsinnig spannendes Format für Experimente in jeglicher Hinsicht. Yanco.be, das Kurzfilm Festival Hamburg und Talking Shorts haben auch deswegen letztes Jahr eine Umfrage ins Leben gerufen: 1000 Menschen wurden nach ihren TOP 10 in Sachen Kurzfilm gefragt, dann wurden die meisten Überschneidungstreffer in einer „The Best 105 Short Films“-Liste gebündelt. Bei Berlinale Talents geht es nun um dieses „Best of“, den Versuch und/oder die Unmöglichkeit eines Kurzfilmkanons (und seine Grenzen) sowie die (Kurations)möglichkeiten, die sich aus dieser Liste ergeben.

Was du zum Talk wissen musst:
Es diskutieren Rachel Pronger, die mit Invisible Women, ein aktivistisches, feministisches Archiv-Kollektiv begründete, das bislang zu wenig beachtete weibliche Stimmen kuratiert und dazu berät; der Schweizer Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger; Niels Putman, Geschäftsführer und Chefredakteur des Kurzfilmmagazins Kortfilm.be und Yanco.be sowie Maike Mia-Höhne, die ehemalige Berlinale-Shorts-Leiterin und Festivaldirektorin des Kurzfilm Festival Hamburg. – MK

Termin bei der 76. Berlinale
Sonntag, 15.2.,14:00 Uhr, Radialsystem