„Adieu au langage“ von Jean-Luc Godard



Es gibt durchaus wiederkehrende Motive, auch eine Kapiteleinteilung nimmt Godard vor, doch ein Zusammenhang der vielen Fragmente soll sich scheinbar gar nicht unbedingt erschließen. Die Montage des Films beruht nicht auf Bewegungen, auf Blick- oder Handlungsachsen. Viel mehr ist es eine Collage, eine Aneinanderreihung von Assoziationen, bei der es dem Zuschauer freigestellt ist, ob er sie nachvollziehen kann oder nicht. Die Aufnahmen wirken amateurhaft, mal übersättigt, dann wieder schwarz weiß. Verwackelte Handkamera, eine Kranfahrt, Found Footage, dokumentarisches und szenisches Bildmaterial reihen sich aneinander und zeigen deutlich, dass Kontinuität hier der falsche Maßstab ist.

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Das macht den Film natürlich sperrig. Er ist laut, er ist verwirrend und anstrengend, die pure Reizüberflutung und er will das alles auch noch sein. Dabei hat Godard selbst mal gesagt, dass man nur eine Waffe und ein Mädchen braucht um einen Film zu machen. Auch wenn sich beides in „Adieu au langage“ findet, kann man es schade finden, dass er sich in seinem Spätwerk so von dieser Einfachheit und damit auch von einem größeren Publikum verabschiedet hat. Filme über Waffen und Mädchen gibt es allerdings genug. „Adieu au langage“ führt uns eine Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten vor Augen, die jedem etwas anderes sagen werden.

Albert Knaub

Adieu Au Langage„, Regie: Jean-Luc Godard, DarstellerInnen: Héloise Godet, Jessica Erickson, Kamel Abdeli, Richard Chevallier

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