„Einer nach dem anderen“ (OT: „Kraftidioten“) von Hans Petter Moland


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Schon entspinnt sich eine kuriose Gangsterstory wie sie skandinavischer nicht sein könnte. Im Mittelpunkt: ein veganer Yuppie-Gangster, ein knurriger, serbischer Mafiapate (Bruno Ganz!) und der wortkarge Otto-Normal-Racheengel Nils. Der englische Titel des Films „In Order of Disappearance“ erweist sich nun als äußerst trefflich, denn bis es zum Showdown dieses Trio Infernale kommen kann, müssen naturgemäß einige Idioten gewaltsam des Lebens entschwinden.

Wie seine Bilder, so komponiert Molland auch das Tempo des Films. Farblose Schneelandschaften sprenkelt er mit tiefrotem Blut. Ruhige, lakonische Einstellungen löst er mit Ausbrüchen von Gewalt oder Humor auf. So driftet die Handlung trotz maßloser Überzeichnung weder ins Belanglose noch ins Alberne ab. „Kraftidioten“ ist klug und – beinahe eine Revolution im meist etwas biederen Berlinale-Wettbewerb – wahnsinnig amüsant. Eine Überraschung ist das sicherlich nicht. Die besten tiefschwarzen Gangsterkomödien kommen eben traditionell aus Nordeuropa. Man könnte direkt neidisch werden auf diese Skandinavier.

Peter Correll

Einer nach dem anderen“ (OT: „Kraftidioten„), Regie: Hans Petter Moland, Darsteller: Stellan Skarsgård, Bruno Ganz, Pål Sverre Hagen, Birgitte Hjort Sørensen, Anders Baasmo Christiansen, Gard B. Eidsvold, Kinostart: 20. November 2014

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