Film-Tipps und Kino-Highlights für die 69. Berlinale


Zhu Xins Debüt „Vanishing Days“ kämpft Fantastisches gegen die Langweile. © Midday Hill Films

Forum

Vanishing Days (OT: Man you)

Darum geht es:
Es ist Regenzeit und die 14-jährige Senlin langweilt sich in der kleinen Hochhauswohnung, in der sie mit ihren Eltern lebt. Sie sucht nach einem Thema für einen Schulaufsatz, doch die Alltagsroutine gibt nichts her. Als eine lange nicht mehr gesehene Tante zu Besuch kommt und anfängt, Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen, in denen es vielfach um fantastische Ereignisse und Aberglauben geht, gewinnt das Ganze an Dynamik.

Was du zum Film wissen musst:
Vanising Days“ ist das Spielfilmdebüt des 1996 geborenen jungen Chinesen Zhu Xin. Er hat seinen Film in seiner Heimatstadt Hangzhou im Süden Chinas angesiedelt. Dem Zuschauer macht er die Langeweile der Protagonisten und ihre Trägheit angesichts der großen Hitze spürbar. Rätselhaft und poetisch entfaltet sich auf der Leinwand ein Film, der alle Sinne anspricht. – TV

Termine bei der 69. Berlinale:
Samstag, 9. Februar 21:30 Uhr, Zoo Palast 2
Sonntag, 10. Februar 19:30 Uhr, CinemaxX 4
Dienstag, 12. Februar 19:30 Uhr, Colosseum 1
Samstag, 16. Februar 16:30 Uhr, CineStar 8

Esther Rots thematisiert im Forum-Beitrag „Retrospekt“ die Angst, nach Ende der Elternzeit nicht wieder in den Beruf zurückzufinden. © Sofie Silbermann

Retrospekt

Darum geht es:
Mette hat ihr zweites Kind bekommen und ist in Elternzeit. Sie vermisst ihren Beruf als Sozialarbeiterin für Opfer häuslicher Gewalt, fürchtet durch ihre Pause nicht mehr gebraucht zu werden und sucht daher den Kontakt zu einer ehemaligen Kundin. Sie nimmt sie gegen alle Vernunft und ohne ihren Mann, der sich auf Geschäftsreise befindet zu informieren, bei sich auf, als diese vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen möchte. Die Situation eskaliert, als sich letzterer seine Frau zurückholen will. Mette ist davon besessen, sich um diese Geschichte zu kümmern und lässt alle Risiken für ihre eigene Familie außer Acht.

Was du zum Film wissen musst:
Konstruiert als Mosaikfilm mit nicht-linearer Erzählung fordert „Retrospekt“ den Zuschauer sehr und macht die Leiden der Protagonistinnen fast körperlich erfahrbar. Der Schnitt ist schnell, die Musik dominant und das Bild in kräftigen Farben gehalten. Die Niederländerin Esther Rots zeigt ihren ersten Langfilm in der Sektion Forum. – TV

Termine bei der 69. Berlinale:
Montag, 11. Februar 19:00, Delphi Filmpalast
Donnerstag, 14. Februar 19:15 Uhr, CineStar 8
Freitag, 15. Februar 19:30 Uhr, Colosseum 1
Samstag, 16. Februar 22:00 Uhr, Zoo Palast 2

Bette Gordons „Variety“ lässt uns in den musikalischen Undreground New Yorks der 80er Jahre eintauchen. © Kino Lorber

Variety

Darum geht es:
Es sind die 80er Jahre in New York und Jobs sind rar. Daher beginnt die junge Christine an der Kasse eines schmierigen Pornokinos am Times Square zu arbeiten. Nach und nach entwickelt sie eine Faszination für die Pornoindustrie. Sie beginnt, einen der Kunden durch die dunklen Straßen der gigantischen Metropole zu verfolgen. Mehr und mehr ähnelt ihr Erscheinen dem einer Pornodarstellerin.

Was du zum Film wissen musst:
Im Jahr 1983 auf körnigem 16mm Filmmaterial gedreht, ist Bette Gordons Drama ein faszinierendes Zeitporträt des Undergrounds von New York City. Beteiligt waren bekannte Künstler der Independent-Szene: Die Musik stammt von John Lurie, das Drehbuch schrieb die Punk-Ikone Kathy Acker und die Kamera führte Tom DiCillo („Stranger Than Paradise“). – HK

Termine bei der Berlinale:
Mi 13.02. 21:30 Uhr Delphi Filmpalast
Do 14.02. 15:00 Uhr Kino Arsenal 1
So 17.02. 20:00 Uhr Kino Arsenal 1

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