Best of 2020 – Die TOP TEN Filme und Serien der BFF-Redaktion


  1. SLUŽOBNÍCI (CZ 2020) R: Ivan Ostrochovský — Bildgewaltig, grausam, schön. Ein Film, der sehr viel Raum in mir eingenommen hat und den ich noch lange mit mir umhergetragen habe.
  2. FIRST COW (USA 2019) R: Kelly Reichardt — Beschäftigt sich liebevoll und subtil mit Freundschaft und setzt sich gleichzeitig schonungslos mit der grundlegenden Unmenschlichkeit kapitalistischer Wirtschaftssysteme auseinander. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
  3. A BEAUTIFUL DAY IN THE NEIGHBORHOOD (USA 2019) R: Marielle Heller — Einfühlsam erkundet Marielle Heller sowohl den langanhaltenden Schmerz emotionaler Wunden, als auch die zwischenmenschliche Kälte, die dieser Schmerz mit sich bringen kann.
  4. NIGHTFALL (USA 1956) R: Jacques Tourneur — Für einen Protagonisten des Film Noir ist Aldo Rays James Vanning ungewöhnlich verletzlich. Jacques Tourneurs Film fällt nicht nur deshalb aus dem Rahmen und ist mein Oldie des Jahres.
  5. HIS HOUSE (UK 2020) R: Remi Weekes — Gute Filme erzählen bekanntlich mehr als eine Geschichte. HIS HOUSE bedient sich des Horror-Genres, um über Flucht zu sprechen und darüber, wie es sich anfühlt, einem System ausgeliefert zu sein, in dem Trauma keinen Platz einnehmen darf.
  6. THE FAREWELL (USA 2019) R: Lulu Wang — Lulu Wang beschreibt den innere Konflikt zwischen familiären Wurzeln, Tradition und den eigenen Erfahrungen pointiert und unverfälscht.
  7. PORTRAIT DE LA JEUNE FILLE EN FEU (FR 2019) R: Celine Sciamma — Ein Manifest des female gaze, des weiblichen anstatt des männlichen Blicks, das ganz ohne Männer auskommt.
  8. AND THEN WE DANCED (GE/SE 2019) R: Levan Akin — Der beste Tanzfilm des Jahres, denn Tanz erzählt hier die Geschichte genauso wie Kamera oder Dialoge.
  9. KNIVES OUT (USA 2019) R: Rian Johnson — Luxuriöses Set-Design, latente Gesellschaftskritik und ein Detektivfilm der anderen Art, der auch nach mehrmaligem Sehen nicht langweilig wird.
  10. GANGS OF LONDON (GB 2020 -, Sky) R: Gareth Evans, Matt Flannery,— Ganz im Sinne des Gangster Genres zieht die Serie eine knallharte Parallele zwischen illegalen Machenschaften und Big Business.

Lobende Erwähnung: Der “meiste” Film 2020 war für mich 1917 (Sam Mendes, 2019 UK/USA). Nicht nur habe ich ihn öfter im Kino gesehen, als mir lieb ist, hier ist alles monumental, vom Set-Design mit seinen gebaggerten Schützengräben, über die Explosionen, bis hin zur Kameraarbeit. Jedes Mal habe ich die Welt um mich herum vergessen und auch das ist bemerkenswert.

2020 stellt sich mir als merkwürdige Mischung aus Überfluss und Mangel dar. Überfluss und Mangel an Zeit, die im Lockdown mit Fantasien von Produktivität gefüllt, letztendlich aber wenig genutzt wurde, oder Überfluss und Mangel an Erlebnissen, weil im Alltag nicht viel passierte, während sich in der Welt die Nachrichten überschlugen. Filme waren mir deshalb umso wichtiger, als Zufluchtsort, als Möglichkeit der Reflexion, oder einfach nur um ganz nah an Menschen zu sein.

Theresa Rodewald

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29. Dezember 2020 | In Allgemein

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