Filmkritik

Berlinale-Filmkritik: „The Necessary Death Of Charlie Countryman“ von Frederik Bond

Das Ende ist der Anfang ist das Ende Es gibt Menschen, die beginnen ein Buch mit der letzte Seite, um die Ungeduld von sich zu nehmen. Um zu wissen, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Autoren mögen das verachten, es unterminiert ihren mühevoll erarbeiteten Spannungsbogen. Dabei verrät das Ende oft wenig vom eigentlichen Buch. Direkt zur […]

Berlinale-Filmkritik: „A Long and Happy Life“ von Boris Khlebnikov

Wut essen Seele auf Verlässt du dich auf andere, dann bist du verlassen. Eine Lektion, die der smarte Jungbauer Sasha (Alexander Yatsenko) auf die unbequeme Tour lernen muss. Regisseur Boris Khlebnikov hatte schon im November letzten Jahres das Berliner Kinopublikum entzückt. Sein ironisch-humorvoller Beitrag zur Russischen Filmwoche hieß „Bis dass die Nacht uns scheidet“  und […]

Berlinale-Filmkritik: „Samson & Delilah“ von Warwick Thornton

Zwei Außenseiter Samson und Delilah wachsen nebeneinander in einem entlegenen Reservat für Aborigines auf. Samson (Rowan McNamara) lebt hier gemeinsam mit seinen Brüdern in den Tag hinein, schnüffelt Klebstoff und Benzin, um gut drauf zu kommen, greift dann schon mal euphorisch zur E-Gitarre, und rollt ansonsten stupide in einem alten Rollstuhl durch die Einöde, kritzelt […]

Berlinale-Filmkritik: „Lovelace“ von Rob Epstein und Jeffrey Friedman

Lovelace – Deep Throat ist Geschichte Die hübsche Linda findet einfach keine sexuelle Befriedigung. Zum Glück wendet sie sich mit ihrem Problem an einen Mediziner mit Entdeckergeist. Dr. Young stellt nach eingehender Untersuchung fest: Lindas Klitoris befindet sich in ihrem Hals. Da reicht klassisch vaginaler Verkehr eben nicht zum Orgasmus. Nun muss nur noch herausgefunden […]

„Vergiss mein nicht“ von David Sieveking

Wider das Vergessen „Können wir irgendwo hingehen, wo wir nicht sterben?“ fragt die 75-jährige Gretel ihren Sohn David. Dieser lenkt ein und die beiden steigen aus dem Schwimmbecken, in das Gretel auf keinen Fall mehr eintauchen möchte. Der Filmemacher David Sieveking, zuletzt mit seinem heiter-ironischen Dokumentarfilmdebüt „David wants to fly“ bekannt geworden, hat sich in […]

„Zero Dark Thirty“ von Kathryn Bigelow

Weibliche Intuition Wie jeder weiß, ist Osama bin Laden tot. Dieser Fakt alleine nimmt Kathryn Bigelows Thriller „Zero Dark Thirty“ eine gewisse Grundspannung. So muss die momentan allgegenwärtige Jessica Chastain in den Streifen in eine persönliche Spielwiese verwandeln und dem Drehbuch sei Dank funktioniert das auch. Ihr Charakter Maya, eine CIA-Agentin aus Leidenschaft, muss ihre […]

„Lincoln“ von Steven Spielberg

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich filmisch einer historischen Persönlichkeit zu nähern. Man kann den Ruf dieser Person, seine Affirmationsfläche in den Mittelpunkt stellen und so den guten oder schlechten Ruf verstärken. Man kann diesen Ruf völlig außer Acht lassen und den Menschen dahinter als Teil seiner Zeit betrachten, um so den entsprechenden Ruf zu konfigurieren.

„Frankenweenie“ von Tim Burton

Brücken, Prothesen und der beste Freund des Menschen Haustiere sind Gefühlsprothesen und als Sinnbild für Treue und Liebe, aber auch als Spötter des menschlichen Idealismus, ist der Hund jenseits der Metapher ein wichtiger Bestandteil von vielen Menschen. In Tim Burtons „Frankenweenie“ ist der Schüler Victor Herrchen von Sparky. Victor ist strebsam, sensibel und introvertiert, lebt […]

„Luv is“ von Nina Paley (Jan 13)

interfilm-Organisator Mirko Knispel über den Film: „Die gute Nachricht: Weder YouTube noch die Gema haben diesen Porno gestoppt: die erste Animation ´Luv is´ von Nina Paley (USA)! Paley mischte 2009 mit dem gecrowdfundeten Indienepos ´Sita Sings the Blue´ (Langfilm) die Berlinale auf und lief mit der Politgroteske ´This Land is mine´ (https://vimeo.com/50531435) beim letzten interfilm-Festival […]

„Django Unchained“ von Quentin Tarantino

Kraut Porn Keine Kunst hat die Freiheit, die der Film hat, den gleichen Körper mit verschiedenen Personen zu verknüpfen. Es hängt mit dem Spielcharakter und dem indirekten Verhältnis zwischen Schauspieler, Charakter und Körper zusammen, dass personale Identität im Film als Puzzle inszeniert wird. Es ist das zweite Mal, dass Christoph Waltz eine Hauptrolle in einem […]

„The Color Wheel“ von Alex Ross Perry

Narziss vs. Zyniker Die Geschwister Colin und JR hassen sich. Der Grund dafür dürfte im gemeinsamen Genmaterial liegen. Beide sind dickköpfig, vorlaut und respektlos. So ähnlich sich die beiden charakterlich sind, so verschieden leben sie. Der gehemmte Colin wohnt bei den Eltern, führt eine mies laufende Beziehung und hat einen stinklangweiligen Job. Die narzisstische JR ist […]

„Die Nacht der Giraffe“ von Edwin

Entrückte Identitätssuche Im Grunde ist der zweite Langfilm des indonesischen Regisseurs Edwin („Blind Pig Who Wants To Fly„, 2008) schnell zusammengefasst: Die kleine Lana wird von ihren Eltern im Zoo von Jakarta ausgesetzt. Hier wächst sie in der Obhut der Tierpfleger auf, bis sie als junge Frau neugierig den schützenden Mikrokosmos verlässt, der bis dato […]

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