Filmkritik

interfilm-Spezial: Filmemacher Jerry Suen

Jerry Suen ist erst vor zwei Jahren aus Hamburg nach Berlin gezogen und genau damit erklärt er auch die Faszination, die die Hauptstadt auf ihn ausübt. Nach einem Städtewechsel ist eben alles neu und anders. Da kommt die Inspiration von ganz alleine. Dass der anfänglichen Begeisterung das Gefühl von Gewohnheit und Stagnation folgen könnte, befürchtet […]

interfilm-Spezial: Filmemacher Chris Brandl

Auf allerlei Festivals haben die Hauptstadtwellen auch Chris Brandl getragen. Der freie Filmemacher aus Wiesbaden mit Wohnsitz in Mitte ist mit seinen 36 Jahren so etwas wie der alte Hase unter den jungen Wilden. Zusammen mit seinem Künstlerkollektiv mobtik macht er nun schon seit über zehn Jahren die Berliner Filmlandschaft unsicher. Sein Markenzeichen ist der […]

„Dicke Mädchen“ von Axel Ranisch

Großartig und mutig zugleich „Dicke Mädchen“ ist der Gewinner des new berlin film Award, der Hauptpreis des Wettbewerbs „Made in Berlin-Brandenburg“, den achtung berlin für junges deutsches Kino auslobt. Der Film als solcher ist aus vielerlei Gründen ein Wunder. Werke wie dieses sind in der deutschen Filmlandschaft nicht vorgesehen. Der Gang eines (fast) jeden Filmes […]

„Beyond the Hill“ von Emin Alper

Psychotisches Männercamping So ein Ausflug in die Natur gilt ja allgemein als sehr erholsam. Frische Luft, lange Spaziergänge und nächtliches Campen am Lagerfeuer – so in etwa hat sich das Nusret wohl vorgestellt, als er mit seinen beiden Söhnen Caner und Zafer für ein paar Tage raus in die Berge fährt, um dort Großvater Faik […]

„Dredd“ von Pete Travis

In nicht allzu ferner Zukunft hat der Scherz des Kalten Krieges endlich seine Pointe entfaltet und die Erde in ein atomar-verseuchtes Ödland verwandelt. Übriggeblieben sind einige urbanisierte Zentren, die schon auf Grund ihrer monströsen Ausdehnung kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Megacity One ist ein solches Zentrum.

„EXPO/IN“ von Romain Rihoux (Nov 12)

interfilm-Organisator Mirko Knispel über den Film „EXPO/IN“ von Romain Rihoux: „Die Kunst des Kurzfilms ist nun also via interfilm eine knappe Woche lang ein aktuelles Thema der Zeit. Kunst?! – Die ist relativ. Auch bei interfilm. Nicht alle Kunstwerke landen im Museum, nicht alle Kurzfilme auf der interfilm-Leinwand. Der folgende Beitrag ´EXPO/IN´ zeigt, daß Kunst […]

„Was bleibt“ von Birthe Templin und Gesa Knolle

Mutiges Gedenken Als Dietlinde im Eingang der Gedenkstätte Ravensbrück anfängt zu sprechen, versagt ihr die Stimme. Wie ein kleines Kind bittet die Frau unter Tränen darum, das Haus ihrer Mutter  besichtigen zu dürfen. Dietlinde ist die Tochter einer KZ-Aufseherin, die in Ravensbrück gelebt und im Auftrag der Nazis gemordet hat. Die Österreicherin erfährt erst spät, […]

„Winterdieb“ von Ursula Meier

Dieb mit Engelsgesicht „Winterdieb“ („L’ enfant d’en haut„) war der erste Schweizer Wettbewerbsbeitrag bei einem der großen A-Festivals seit vielen Jahren. Zu verdanken haben die Eidgenossen dieses seltene Vergnügen der Regisseurin Ursula Meier. Dick verpackt, mit Skibrille und -helm bis zur Unkenntlichkeit getarnt, macht sich der kleine Simon an sein Tagewerk: Der Junge mit dem Engelsgesicht […]

„Girl Watch“ von Tsungai Garisé (Nov 12)

KinoKabaret-Organisator Dave Lojek über „Girl Watch:  „Tsungai aus Zambia entdeckte in Berlin das KinoKabaret für sich und fuhr auch nach Prag, wo er diesen klassischen Stummfilm drehte. Er brauchte sehr viele Kinoiten für kurze Auftritte in dieser Komödie über das Ansprechen von Frauen im Park. Tsungai spielt auch selbst mit und trägt die Perrücke. Das […]

„Night Dreams“ von Rinse Dream

Geistigen Masturbation „Nightdreams“ ist eine sexuelle Halluzination, überbordend an Fantasie und einem LSD-Trip ähnlich. Rinse Dreams (Stephen Sayadia) Porno ist ein Sprung ins offene Meer des Expliziten, eine wilde Reise durch die Nacht und eine Mischung aus deutschem Expressionismus und New-Wave. Dunkel und unheimlich, aber amüsant und sexy. „Nightdreams“ wirkt in seiner Konzeption wie eine […]

„Watergate X“ von Stathis Klotsikas

Laudatio auf die Prollkultur Die Oberbaumbrücke –der Ort in Berlin, der Kreuzberg von Friedrichshain trennt, wo betrunkene Touristen im Nebel des Uringestanks verzweifelt nach ihrem Hostel suchen und wo außerdem das Watergate seinen angestammten Platz hat, was nach dessen zehnjähriger Erfolgsgeschichte mit einer filmischen Diarrhoe der Selbstbeweihräucherung endlich mal gewürdigt werden musste. „Watergate X“ lautet […]

„Pieta“ von Kim Ki-duk

Kyrie eleison Es ist schon jetzt undenkbar was Kim Ki-duks Streifen „Pieta“ zugestoßen wäre, hätte dieser nicht den Hauptpreis bei den Filmfestspielen in Venedig gewonnen. Schließlich erlauben es Preise wie jener, Herrn Ki-duks Schaffen allgemein ganz prima zu finden. Diese affektive Seite der Rezeption verweist auf den besonderen Charakter der Gewaltdarstellung in Ki-duks Filmen. Undenkbar, […]

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