Filmkritik

66. Berlinale: „S one strane“ von Zrinko Ogresta

Vergeben, Vergessen, Verfremdet Vergangenheit und Geschichte sind niemals objektiv. Was auch immer wir einst erlebt, gefühlt oder glauben, gesehen zu haben – es hat keinen Wahrheitsanspruch. Unsere persönliche Perspektive, unsere Emotionen und unsere Reflektion im Anschluss an das Geschehene sind prägend für unsere Erinnerung. Die Verzerrung von Evidenz und Faktizität ist unausweichlich. Folglich weiß niemand, […]

66. Berlinale: „Elixir“ von Daniil Zinchenko

Der Wald vor lauter Bäumen Anzugträger stehen mit Fackeln um einen Swimmingpool. Ein Mann in weißer Kutte wird in das Becken getaucht. Das Wasser färbt sich schwarz. Etwa zu Öl? Sind Religiöse am Werk, die Regierung oder doch die Kapitalisten? Der Zweck des folterhaften Rituals bleibt unergründet. Und schon geht es ab in den Wald. […]

„Empörung“ (OT: „Indignation“) von James Schamus

Tugend braucht keine Ideale Marcus Metzner ist ein guter Junge. Freundlich, aufgeweckt, überdurchschnittlich intelligent, ehrgeizig und trotzdem bodenständig. Aus einfachen Verhältnissen stammend, haben ihn seine Eltern alles gelehrt, worauf es in dieser Welt ankommt. Was sie ihm nicht beigebracht haben, ist das Recht, unnütze Prinzipien und Regeln bewusst zu hinterfragen. Trotzdem hat Marcus seinen eigenen […]

„Der letzte Auftritt“ von Florian Sailer (Feb 16)

Unser Open Screening-Kurzfilm des Monats Februar 2016 ist "Der letzte Auftritt" von Florian Sailer.

66. Berlinale: „Uncle Howard“ von Aaron Brookner

Lücken schließen und Zeit bewahren Ein Kunstwerk, das nicht abgeschlossen ist, gibt uns Rätsel auf. Eine unvollendete Sinfonie, ein unvollendeter Roman, ein unfertiges Gemälde – sie alle stellen Fragen nach dem Wann, dem Warum und dem, was hätte sein können. Mehr noch:  Unabgeschlossene Werke entbehren nicht selten einer gewissen Tragik, denn kein Künstler – vorausgesetzt, […]

66. Berlinale: „Weekends“ von Dong-ha Lee

Singen gegen Diskriminierung ‚G-Voice‘ steht für „Gay-Voice“, also in etwa „Stimme der Homosexuellen“ und ist der Name eines koreanischen Männerchors, dessen Mitglieder, selbstredend, homosexuell sind. Seit über 12 Jahren existiert die Gruppe. Die Proben finden jedes Wochenende in Seoul statt. Regelmäßig tritt der Chor an verschiedenen Orten des Landes auf. Die Mitglieder gehen unter der […]

66. Berlinale: „Boris sans Béatrice“ von Denis Côté

Allein und wütend unter Frauen Umgeben von endlosen Wäldern, auf einem abgelegenen Anwesen, in einem lichtdurchfluteten Schlafzimmer liegt eine Frau im Bett und hat sich aus ihrem eigenen Leben ausgesperrt. Die meiste Zeit schläft sie, ansonsten blickt sie teilnahmslos ins Leere. Nur selten spricht sie, und wenn doch, ergibt es keinen Sinn. Schwere Depression und […]

66. Berlinale: „Triapichniy Soyuz“ („Rag Union“) von Mikhail Mestetskiy

Die Welt aus den Angeln heben Zusammen mit seiner Mutter wohnt der stille Vania irgendwo in Moskau. An seinen Teenager-Wänden kleben Kurt Cobain, Freddy Mercury, John Lennon und Elvis Presley, die er nur allzu gerne zum Leben erwecken würde. Eine coole Gesellschaft wäre das. Überhaupt sind die ganzen guten Leute tot, glaubt Vania, und macht […]

66. Berlinale: „Sufat Chol“ von Elite Zexer

Der lange Weg zur neuen Ordnung Traditionen reifen über Jahrhunderte durch beständiges, rituelles Einüben normierter Ordnungsmuster. Ihre stete Wiederholung führt dazu, dass sich diese Normen und Regeln immer tiefer in die Biographie einer Kultur hineinfräsen und damit fortwährend die bestehende Ordnung manifestieren. Und dennoch ändern sich die Dinge von Zeit zu Zeit. Nur braucht es […]

66. Berlinale: „Girl Asleep“ von Rosemary Myers

Im Wald sind kleine Monster Greta ist 14 und neu an der Schule. Während ihre Eltern das neue Haus einrichten und die große Schwester mit dem städtischen Frauenschwarm rumknutscht muss Greta sich entscheiden, ob sie mit der angesagten Mädchen-Gang oder dem total verschwurbelten Elliot befreundet sein will. Beides geht nicht, es ist eine Entscheidung fürs […]

66. Berlinale: „Jug-yeo-ju-neun Yeo-ja“ („The Bacchus Lady“) von E J-yong

Selbst ist die Frau ‚So-young‘, aus dem Englischen abgeleitet für „so jung“, gilt als Pseudonym, das eine ältere Dame für den Kontakt mit ihren Kunden wählt. Sie arbeitet als Prostituierte in Seoul. Ihre Kunden trifft sie im Park oder spricht sie direkt auf der Straße an: „Wie wäre es mit einem Date?“. Dann geht sie […]

66. Berlinale: „Hail, Caesar!“ von Ethan und Joel Coen

Ein Tag im Leben des Hollywoodproduzenten Eddie Mannix (Josh Brolin): Hauptdarsteller gekidnappt, Boulevardjournalistinnen im Nacken und Schauspielerinnen, die sich nicht verheiraten lassen wollen. Der neue Film der Coen Brüder.

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