Filmkritik
„Tu nichts Böses“ (OT: „Non essere cattivo“) von Claudio Caligari
Abseits der „Dolce vita“ Vittorio (Alessandro Borghi) und Cesare (Luca Marinelli) sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Sie leben in einer römischen Vorstadt und gehen kleineren Drogengeschäften nach oder halten sich mit Diebstählen und Raubüberfällen über Wasser. Beide leben in den Tag hinein, schlagen sich ständig aufgedreht und benebelt von den verschieden Drogen die Nächte […]
„Tiger Girl“ von Jakob Lass
Krawall und Remmidemmi Maggy ist blond, süß, ziemlich brav und ganz schön angepasst. Weil Sie durch die Polizistenprüfung fliegt, beginnt sie eine Ausbildung bei einem privaten Sicherheitsdienst. Sie ist die einzige Frau inmitten einer bunten Truppe aus aufgepumpten Jungs mit Migrationshintergrund – Türsteher-Klientel – und ein paar verpeilten, aber sympathischen Verlierertypen, die wahrscheinlich vom Arbeitsamt […]
„Karera ga Honki de Amu toki wa“ („Close Knit“) von Naoko Ogigami
Kirschblüten, Wollpenisse und Tintenfischwürstchen Die elfjährige Tomo ist auf sich alleine gestellt: Ihre alleinerziehende berufstätige Mutter kommt jeden Abend spät und meistens betrunken nach Hause. Dort stapeln sich der Müll, die Wäsche und das schmutzige Geschirr. Zu Essen gibt es jeden Tag nur Reisbällchen aus dem Konbini – dem japanischen Spätkauf. In der Schule ist […]
ALFILM 2017: „Ghost Hunting“ (OT: „Istiyad Ashbad“) von Raed Andoni
Konfrontationstherapie „Seit 1967 werden 750.000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen inhaftiert.“ Mit dieser Mitteilung beginnt der Dokumentarfilm von Raed Andoni. Er schafft eine Art Film im Film. Das Resultat ist eine halb fiktive halb dokumentarische Annäherung an Erfahrungen einiger dieser ehemaligen Häftlinge. Die Aufnahmen beschränken sich nicht auf den angekündigten Spielfilm, für den Andoni seine Darsteller […]
„90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“ von Eyal Halfo
Fußball statt Krieg Was die Politik bisher nicht geschafft hat, soll nun mit einem Fußballspiel geregelt werden: Die israelische und palästinensische Nationalmannschaft treten gegeneinander an, der Verlierer räumt das Feld und sucht sich woanders eine neue Heimat. Im Prinzip ganz einfach. Doch bis zum Spiel müssen unzählige Hindernisse überwunden werden, die immer wieder drohen das […]
„Lommbock“ von Christian Zübert
Thailändisch ist das neue Italienisch Vor 15 Jahren kam Christian Züberts Regiedebüt „Lammbock“ heraus und schuf mit Stefan und Kai, gespielt von Lucas Gregorowicz und Moritz Bleibtreu, zwei chaotische, aber durchaus sympathische Kiffer-Freunde, die mit einem Pizza-Kurier Marihuana-Derivate im Großraum Würzburg verkauften. Am Ende einer turbulenten, halsbrecherischen Aktion trennten sich die Freunde auf der Suche […]
„The Queen of Ireland“ von Conor Horgan
Politik, Perücken und Positionen „Panti! Panti! Panti!“ skandieren tausende Menschen mit Regenbogenfahnen. Sie haben sich an diesem milden frühsommerlichen Tag vor dem Dubliner Schloss versammelt, sie halten Zettel in die Höhe, auf denen das Wort „EQUAL“ steht. Sie rufen „Pandora ‚Panti‘ Bliss“, irische Dragqueen, Standup-Comedian und Gesicht ihrer politischen Bewegung, auf die Bühne. – Dieser […]
„Welcome to Mumbai“ von Linus Ma (März 17)
Unser Open Screening Kurzfilm des Monats März 2017 ist die Fotoarbeit “Welcome_To Mumbai” von Linus Ma.
„Prevenge“ von Alice Lowe
„Mama, ich will, dass du diesen Mann tötest„ Nachdem sie für die charmante Horrorkomödie „The Sightseers“ (2013) das Drehbuch schrieb und eine der Hauptrollen verkörperte, präsentiert nun die Britin Alice Lowe mit „Prevenge“ ihr eigenes Regiedebüt. Sie übernimmt zugleich die Hauptrolle, die mit trockenem Humor zwischen sympathisch und bedrohlich hin und her schwankt. Weiterlesen: Unsere […]
„Neruda“ von Pablo Larrain
Der Legende auf der Spur Die Aufgabe, Pablo Neruda zu beschreiben, ist kaum zu stemmen. Der Mann war so viel mehr als „nur“ Nobelpreisträger. In Chile verehren sie ihn wie einen Heiligen, sein Leben wirkt bis heute nach. Neruda ist „bigger than life“ und wahrscheinlich auch zu groß für einen Film. Pablo Larrain ist DER […]
„La La Land“ von Damien Chazelle
Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue Alles beginnt mit einem Stau. Kurz vor Los Angeles ist der Freeway dicht. Nur weit entfernt lässt sich ausmachen, wo der Verkehr wieder fließt. Eigentlich die perfekte Grundlage für einen Konflikt, doch da es sich bei Damien Chazelles neuem Film „La La Land“ um ein Musical der […]
67. Berlinale: „Helle Nächte“ von Thomas Arslan – Silberner Bär
Verloren im Nebel Der Film beginnt mit einer Baustelle in Berlin. Diese Baustelle steht symptomatisch für den Beziehungsstatus der im Film beschriebenen Figuren. Michael ist Bauingenieur und verantwortlich für ebenjene Baustelle. Als er erfährt, dass sein Vater gestorben ist, eröffnet ihm seine Freundin anschließend, dass sie für ein Jahr als Korrespondentin nach Washington gehen wird. […]











