Filmkritik
„Deine Schönheit ist nichts wert“ von Hüseyin Tabak
Tagträumender Held Der zwölfjährige Veysel träumt, den ganzen Tag. Immer wieder manövriert er sich in eine Welt, in der er perfekt Österreichisch spricht oder es keine Sprache braucht. In dieser Welt erobert er ganz gentlemanlike das Herz seiner Mitschülerin Ana. Wenn der raue Alltag in diese Traumwelt bricht, wird klar, dass Veysel weit davon entfernt […]
„Starke Mädchen weinen nicht“ von Dennis Bots
Zwischen Bolzplatz und Krankenhaus Es beginnt wie ein ganz normaler Kinderfilm über mutige Mädchen, Schulstreitereien und die erste Liebe. Achtklässlerin Akkie (Hanna Obbeek) ist ein selbstbewusstes und fröhliches Mädchen, das Fußball liebt und es hier auch mit den Jungs aufnimmt. Vor allem mit ihrem Mitschüler Joep (Nils Verkooijen) legt sie sich regelmäßig an. Kein Wunder, […]
„Her“ von Spike Jonze
Tyrannei der Intimität Ende der 70er Jahre beschrieb der US-Soziologe Richard Sennett in seinem Buch „Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität“ den historischen Prozess vom öffentlichen zum privaten Menschen und dessen Folgen, wie die Vereinsamung. Schon 40 Jahre später hat sich dank des technischen Fortschritts und sogenannter Neuer Medien der Rückzug […]
„Snowpiercer“ von Bong Joon-ho
Immer nur nach vorn Das Mittelalter kannte noch die überschaubare Gesellschaftsordnung. In Europa sah diese wie folgt aus: Der erste Stand umfasste die Kleriker, die der Welt den Sinn auferlegten. Den Zweiten teilte der Adel unter sich auf. Der dritte Stand umfasste Bürger und Bauer, wenn möglich frei. Ein Aufstieg innerhalb der Ordnung war nur […]
„OPEN WOUND the ÜBER-movie“-Regisseur Jürgen R. Weber über Intimfrisuren
Im dritten Teil des Gesprächs zu "OPEN WOUND the ÜBER-movie" mit Regisseur Jürgen R. Weber geht Alina Impe auf den Filmtitel ein und schnell landen die beiden beim großen Thema Intimrasur, ohne den Diskurs aus dem Auge zu verlieren.
„A Long Way Down“ von Pascal Chaumeil
Freundschaft an der Kante der Deadline Laut der Organisation samaritans.org nehmen sich jährlich etwa eine Million Menschen weltweit das Leben. Das entspricht ungefähr einem Freitod alle 40 Sekunden. Da die Gründe für Suizid so vielfältig sind wie das Leben selbst, ist die Dunkelziffer entsprechend hoch: Verkehrsunfälle, Wohnungsbrände oder Tablettenüberdosen können tragisch und zufällig sein, aber […]
„Vic + Flo haben einen Bären gesehen“ von Denis Côté
So recht will das alles nicht zusammenpassen und das Ende bleibt ein Fragment, auf das nie hingearbeitet wurde. Côtés Beitrag eine Enttäuschung.
„Nymphomaniac: Vol. II“ von Lars von Trier
Lars von Triers "Nymphomaniac" zielt auch auf die Hinterfragung moralischer Wertmaßstäbe, die den Einzeln nicht nur limitieren, sondern auch – ähnlich sadomasochistischer Praktiken – züchtigen. Wo der Lustschmerz aufhört, tritt der Weltschmerz ein.
„Zwischen Welten“ von Feo Aladag
Uns trennen Welten Mit Bahnübergängen verhält sich es auf der Welt überall gleich: Man sollte beim Überqueren aufpassen, nicht allzu zügig fahren – aber auch nicht zu schnell. Sie trennen die Orte, manchmal die Welten. Sie eignen sich also hervorragend als Metapher. Feo Aladag bezieht sich in „Zwischen Welten“ sehr eindrücklich auf Übergänge. Ihre Helden […]
„Like Someone In Love“ von Abbas Kiarostami
Schemenhaft Vergeblich sucht man in der überfüllten Bar die junge Frau, die im Off ihrem Freund Rechenschaft ablegt. Es vergeht eine ganze Weile, bis der iranische Filmemacher Abbas Kiarostami („Copie Conforme„) seine Hauptfigur auch für den Zuschauer erkenntlich macht. Die junge Studentin Akiko versucht am Telefon ihren misstrauischen Freund davon zu überzeugen, dass sie nur […]
„My Sweet Pepper Land“ von Hiner Saleem
Ein Western, ein Melodram, eine Gesellschaftssatire – versehen mit einem surrealen Anstrich – so in etwa könnte man “My Sweet Pepper Land” kurz umreißen. Darin schickt Hiner Saleem seinen wortkargen Helden mit Cowboyhut und Pferd ins kurdische Hinterland.
„OPEN WOUND the ÜBER-movie“-Regisseur Jürgen R. Weber über das Schlussmachen mit dem Fernsehen
Im zweiten Teil des Gesprächs hat sich Alina Impe mit "OPEN WOUND the ÜBER-movie"-Regisseur Jürgen R. Weber über seinen Bruch mit dem Fernsehen unterhalten. Könnte sich die im Filmtitel angedeutete offene Wunde auf Webers ungeklärtes Verhältnis zun den alten Arbeitgebern beziehen?











