Magazin für Filmfestival-Kultur



Aktuell: 18. Contravision Kurzfilmfestival oder 0,00141 Jahre Kurzfilm

Festivallogo

Das internationale Kurzfilmfestival ContraVision feiert in diesem Jahr seine 18. Ausgabe. Wie in den letzten Jahren verteilen sich die Festivaltage auf zwei Wochenenden, jeweils am 3.+ 4. sowie am 10.-12. September. Stattfinden wird es im Programmkino Blow Up in Berlin Prenzlauer Berg.

ContraVision zählt zu den renommiertesten Kurzfilmfestivals der Stadt, auch wenn es mancher Orts noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Dabei ist das Konzept des Festivals ziemlich einzigartig. ContraVision ist das einzige Kurzfilmfestival in Berlin, dessen Programm vom Publikum kuratiert wird. Eine Sichtungskommission, die für jeden mündigen Zuschauer offen steht, stimmt im Vorfeld über den Programmablauf ab. In diesem Jahr arbeiteten sich die Teilnehmer durch mehr als 500 Einsendungen mit einer Gesamtlänge von knapp 96 Stunden. Zugelassen waren Kurzfilme aller Genres bis zu einer Länge von 30 Minuten, ein Thema wurde wie immer nicht vorgegeben. weiter zum Artikel

Aktuell: Medienfassaden Festival

SMSlingshot’ by VR/URBAN

SMSlingshot’ by VR/URBAN

Mit einer Urban Activism-Preview feierte das Medienfassaden Festival, das bis zum 12. September Urban Screens und Medienfassaden für die urbane Gesellschaft öffnen will, am gestrigen Abend seine Voreröffnung. Dabei hieß es: Reclaim the Screens! Dem Motto folgen alle Veranstaltungen und Events dieser Tage. Connected Cities ist der Leitgedanke des Medienfassaden Festivals Europa 2010, das erstmals sieben europäische Metropolen über digitale Großbildschirme im öffentlichen Raum vernetzt. Im Jahr 2008 als lokales Format auf Initiative des Public Art Lab Berlin gestartet breitet sich das Medienfassaden Festival in ganz Europa aus.

Künstler und Mediendesigner aus Berlin, Brüssel, Budapest, Helsinki, Liverpool, Linz und Madrid folgen der Idee, kommerzielle Projektionsflächen der Großstädte umzudeuten und diese für einen transmedialen, städte- und ländervernetzenden Kunst- und Kulturaustausch zu nutzen. Sie erobern öffentlichen Raum zurück. Einige der Programm-Highlights und Impressionen vom letzten Festival 2008

Future Shorts des Monats: “Video Games” vom 01.09.2010

Future Shorts-Organisator Benjamin Deiß scheinen die animierten Arbeiten der Video-Designer von Musclebeaver ausserordentlich zu gefallen. Im letzten Monat stellte er ihren Kurzfilm “How Your Money Works” vor, der für die Kampagne “Bewusst investieren” entstand und sich als eine Art Aufklärungsfilm und ironisches Statement zur Geldwirtschaft empfiehlt.

Benjamin Deiß über den aktuellen Future-Shorts Kurzfilm im September: “Der Film “Video Games” war geplant als animierter Prolog für einen Dokumentarfilm. Die Idee war, eine Entwicklung von Computerspielen zu zeigen. Die Dokumentation selbst handelt von verschiedenen Menschen in Deutschland, zeigt ihren Alltag und ihre Sucht nach den gleichen Dingen: Sie spielen Multiplayer Onlinespiele. Jede Spielfigur in dem Prolog wurde umgedeutet, neu gezeichnet und animiert.weiter zum Video

„Es macht keinen Sinn zwei Verbände nebeneinander existieren zu lassen“ vom 30.08.2010

forgettingdad_plakat

Film: Forgetting Dad

Der Berliner Film- und Fernsehverband (BFFV) veranstaltet seit fast 20 Jahren jeweils am letzten Montag jedes Monats die Filmreihe “KONTAKTE”. Dort ist am Montag, den 30. August (ab 20 Uhr im Kino Toni in Weißensee) die Doku “Forgetting Dad” zu sehen. Wir sprachen mit dem Drehbuchautor und Verbandsvorsitzenden Norbert Kerkhey über die Reihe und die Arbeit des ehemaligen Ost-Verbandes, dem er als im westfälischen Herne geborener Wessi vorsitzt.

Herr Kerkhey, was zeichnet die Reihe “KONTAKTE” aus?
Norbert Kerkhey:
Wir zeigen in der Reihe Filme, die noch keinem größeren Publikum gezeigt wurden, weil sie zum Beispiel keinen großen Verleiher haben. Weiter wollen wir mit ihr den Kontakt zwischen Filmemachern und dem Publikum pflegen. Daher auch der Name.
Norbert Kerkhey über den BFFV, Forgetting Dad und das Kino Toni

Fantasy Filmfest in Berlin: Urlaub im Kinosessel vom 29.08.2010

Filmszene: "The Pack"

Das Fantasy Filmfest ist weitergezogen. Die Hauptstadt darf nun wieder warten, ein Jahr lang ihre Wunden lecken und sich darauf freuen, dass der Horrror irgendwann zurückkehrt. Unter dem Motto “Fear Good Movies” waren in diesem Jahr über 70 Filme im Festivalprogramm zu sehen. Für den normalen Kinogänger eine schier nicht zu bewältigende Zahl. Und doch gibt es sie, die Nerds, die Freaks, die beinharten Fans, die sich jeden Tag über Stunden am Potsdamer Platz in den Kinosessel quetschten, um ja keinen Film zu verpassen. Häufig zu erkennen am laminierten Festivalpass mit Halsbändchen. Diese Dauerkarten sind limitiert und werden nach dem Motto “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” angeboten. Sie sind, wie sollte es anders sein, meist schon nach kurzer Zeit vergriffen.

Es ist diese kleine Gruppe von Fans, die dem Genre-Festival bis heute sein Profil verleiht. Man kennt sich, trifft sich hier jedes Jahr wieder, gehört zu einer eingeschworenen Gemeinschaft von Menschen, die einem Genuss fröhnen, den es oft nicht im Kino gibt: moralfreies Schaudern. Dennoch ist das Filmfest über die Jahre zu einem großen Festival gewachsen, das bundesweit jährlich über 120.000 Menschen anzieht. Dementsprechend bunt gemischt ist das Publikum in Berlin: High-Fashion aus Mitte sitzt neben Neukölln-Schick, der Wollpulli aus Charlottenburg neben dem Studenten aus Friedrichshain. Und alle starren sie selig auf die Leinwand. Manch einer hat sogar extra Urlaub genommen. Unser kleines Redaktionsteam nicht. Wir geben einen kleinen Einblick in elf Filme, die uns in diesem Jahr aufgefallen sind. weiter zum Artikel

Video-Vorschau auf das Medienfassaden Festival vom 26.08.2010

Vor zwei Jahren in Berlin als lokales Format gestartet, breitet sich das Medienfassaden Festival mittlerweile über ganz Europa aus. Künstler und Mediendesigner aus Berlin, Brüssel, Budapest, Helsinki, Liverpool, Linz und Madrid folgen der Idee, kommerzielle Projektionsflächen der Großstädte umzudeuten und nutzen diese für einen transmedialen, städte- und ländervernetzenden Kunst- und Kulturaustausch. Sie erobern öffentlichen Raum zurück. Aus Reclaim The Streets wird Reclaim The Screens. Mit dem Pre-Event “Men in Grey” nimmt das Videokunst-Festival ab Freitag, den 27. August (20.30 Uhr) im Collegium Hungaricum (Dorotheenstraße 12, 10115 Berlin-Mitte) an Fahrt auf.

Die Idee:
Zwei Männer in grauen Anzügen betreten einen öffentlichen Platz, hacken sich mit ihren Laptops in einen lokalen Hotspot ein und nehmen Zugriff auf die digitale Aktivität der Passanten, die mit ihren Smartphones und Laptops über den ungeschützten Hotspot chatten, surfen und Nachrichten verschicken. Die grauen Eminenzen verändern Dialoge, vertauschen die Inhalte der Bildschirme und übertragen den Manipulationsvorgang auf digitale Großbildschirme. Ein Zukunftszenario, wie eine digitale Apokalypse.
Unser Video-Vorbericht zum Media Facades Festival 2010

Cine Móviles – das argentinische Wanderkino startet in Berlin vom 26.08.2010

Am Samstag den 28. August startet das argentinische Wanderkino “Cine Móvil” in Berlin mit einer “Open Air”-Vorstellung im Rahmen der “Langen Nacht der Museen” im Ibero-Amerikanischen Institut mit “El abrazo partido” (“Die verlorene Umarmung”, Berlinale-Gewinner 2004) seine sechswöchige Deutschland-Tour. Runde 6.000 Kilometer wird das mobile Kino in dieser Zeit zurücklegen, ehe es seine letzte Station Frankfurt zur Buchmesse erreicht, wo Argentinien Ehrengast ist. Das Cine Móvil ist mit einem literarischen Filmprogramm vor Ort.

Auf dem Programm stehen Filme für Kinder und Erwachsene, die in Deutschland teils auf Festivals liefen, doch einem breiten Publikum unbekannt blieben. Alle Filme haben deutsche Untertitel. Für Kinder läuft “El Ratón Pérez” in der deutschen Fassung “Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik“. Wie im Ursprungsort Argentinien sind die Vorstellungen für die Besucher gratis. Und wie in Argentinien werden soziokulturelle Institutionen besucht: Schulen, kommunale Kinos, Kultureinrichtungen, die spanischsprachige Community und Gefängnisse.
Die Idee dahinter kennt man auch aus Deutschland: “Cultura para todos” lautet das Motto, also “Kultur für alle“! Der ehemalige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann formulierte sie 1979 mit seinem gleichnamigen Buch und löste damit eine bis heute anhaltende Diskussion über die Zielrichtung der deutschen Kulturpolitk aus. Seine Idee: “Jeder Bürger muss grundsätzlich in die Lage versetzt werden, (kulturelle) Angebote in allen Sparten und mit allen Spezialisierungsgraden wahrzunehmen, und zwar mit einem zeitlichen Aufwand und einer finanziellen Belastung, die so bemessen sein muss, dass keine einkommensspezifischen Schranken aufgerichtet werden.” (Hoffmann 1979: 11)
Impressionen, Termine und weitere Informationen zu Cine Moviles!